Sechs Wochen lang durch den fünften Kontinent



1. Tag:

Am frühen Morgen bestiegen wir in Dresden das Flugzeug, das uns nach Frankfurt/Main brachte. Dort angekommen gingen wir zuerst einmal zum McDonalds frühstücken. Nach einigen Stunden Wartezeit konnten wir dann an Bord der Boeing 747 der Singapore Airlines gehen, mit der wir bis Singapore flogen. Bei dieser Fluggesellschaft hat sogar in der Economy Class jeder Passagier sein eigenes Display in Sitz des Vordermanns. Man kann aus 12 verschiedenen Filmen in allen möglichen Sprachen (natürlich auch einige Filme in deutsch) wählen, kann sich Informationen über Reiseziele ansehen, stündlich über Satellit aktualisierte Neuigkeiten lesen und es gibt auch jede Menge Videospiele, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann. Langeweile kam bei dem Flug also nicht auf, allerdings habe ich auch kaum geschlafen.


2. Tag:

Wir kamen früh in Singapore an und reservierten uns erst mal ein Tageszimmer im Transfer-Hotel, denn schließlich hatten wir ca. 14 Stunden Aufenthalt. Bis das Zimmer verfügbar war, sahen wir uns eine Weile auf dem großen und wirklich schön gestalteten Changi-Airport um. Da wir mit Singapore-Airlines gekommen waren, hatten wir die Möglichkeit zu kostenlosen Stadtrundfahrten. Es standen zwei Touren zur Verfügung, die wir auch beide hintereinander buchten. Die erste führte nur ein wenig durch Changi, den Stadtteil, in dem der Flughafen liegt, auf der zweiten jedoch bekamen wir das ganze Zentrum Singapores mit allen seinen Sehenswürdigkeiten zu sehen, inklusive einer Bootsfahrt auf dem Singapore-River. Anschließend ging ich eine halbe Stunde ins Internet-Cafe auf dem Flughafen, surfte ein wenig im Netz und verschickte ein paar Urlaubs-e-mails.Dann legten wir uns noch ein paar Stunden schlafen, bevor wir nach Cairns/Queensland weiterflogen. Im Flugzeug gab es ein bißchen Ärger, denn unsere Plätze waren doppelt belegt worden. Aber das konnte zur (annähernden) Zufriedenheit aller Beteiligten geklärt werden. Dann gab es noch etwas zu lachen. Die Australier versuchen, jegliches Einführen fremder Insekten oder Bakterien zu verhindern. Darum wurde erst mal in der gesamten Kabine irgend so ein Schädlingsbekämpfungsmittel versprüht, bevor das Flugzeug startete.


3. Tag:

Der Anflug auf Cairns war bereits wunderschön. Man fliegt zuerst über dichten Regenwald hinweg, der sich bis an die Küste erstreckt und dann immer an der Küste entlang, bis das Flugzeug einkurvt, um in Cairns aufzusetzen. Im Flughafen muß man zunächst durch eine Kontrolle, denn man darf kein frisches Obst einführen und auch andere Lebensmittel und Naturprodukte werden erst untersucht, ob man nicht irgendwelche Bakterien, Viren oder ähnliches einschleppt. Als das überstanden war, holten wir unseren Mietwagen ab und fuhren zur Visitors Information in der Stadt, wo uns ein wunderbares Motel empfohlen wurde. Bevor wir dort jedoch eincheckten, mußten wir noch mal zurück zum Flughafen, unseren Mietwagen austauschen, denn inzwischen hatten wir unter dem Rücksitz ein Nest von Ameisen entdeckt, mit denen wir unser Auto in den nächsten vier Wochen nicht teilen wollten. Anschließend sind wir dann an der Küste ein Stück nach Norden gefahren und haben uns ein wenig in Port Douglas umgesehen. Das ist ein wunderschöner Ferienort und idealer Ausgangspunkt für Touren zum Great Barrier Reef, aber außerhalb der Saison war einfach überhaupt nichts los da. Die Hotelpreise waren jedoch trotzdem ziemlich hoch und so sind wir nach dem Mittagessen wieder nach Cairns gefahren und haben zwei Zimmer in dem uns empfohlenen Motel genommen. Wir haben uns ein bißchen über Sehenswürdigkeiten rund um die Stadt informiert und sind dann mit dem Auto nach Kuranda, einem kleinen Ort mitten im Regenwald gefahren. Bekannt ist der Ort vor allem, weil eine Scenic Railway, die in Cairns losfährt und mitten durch den Regenwald dampft, hier endet; und natürlich wegen der Barron Falls. Von diesen gigantischen Wasserfällen sahen wir aber nicht viel, nur ein kleines Rinnsal, das den Berg runterrieselte, aber was will man erwarten, wenn man genau am Ende der Trockenperiode dort ist. Mich überfiel dann auch eine heftige Müdigkeit und so habe ich fast die gesamte Autofahrt lang geschlafen...langsam machte es sich bemerkbar, daß ich in den letzten 40 Stunden kaum geschlafen hatte. Den Abend verbrachten wir dann in der Esplanade in Cairns, wo es in einer Passage jede Menge Restaurants und Fast Foods gab. Abends im Motel gab es dann noch einen kleinen Zwischenfall. Ein Stromausfall legte für ca. zwei Stunden die gesamte Straße lahm. Das wäre ja nicht so schlimm gewesen - wir wollten ja sowieso schlafen - wenn wenigstens die Klimaanlage weiter funktioniert hätte. Also haben wir bei Taschenlampenlicht kalt geduscht und trotz der Wärme versucht, einzuschlafen.


4. Tag:

Nach einem ausgezeichneten Continental Breakfast in unserem Hotel sind wir mit dem Auto bis Freshwater gefahren, wo eine Station der Scenic Railway ist, und sind dort zugestiegen. Die Eisenbahn fährt auf einer malerischen Strecke durch eine Reihe kleiner Orte und dann mitten durch den Regenwald. An den Barron Falls macht sie einen kurzen Stop, während dessen man aussteigen und ein paar Fotos schießen kann; dann fährt sie weiter bis nach Kuranda. Hier waren wir ja am Vortag bereits mit dem Auto gewesen, um uns eine Übersicht zu verschaffen. Wir gingen ein Stückchen am Fluß entlang (die Strecke, die auch von einer geführten Tour genommen wird) und kamen dann an einem großen Markt wieder heraus, durch den wir eine Weile schlenderten. Dann sind wir über einen ausgeschriebenen Jungle Walk mitten durch den dichten Regenwald gelaufen, der am anderen Ende der Stadt endete. Nach dem Mittag wendeten wir uns dann der anderen Attraktion von Kuranda zu. Neben der Scenic Railway endet hier auch eine Seilbahn, die Skyrail, mit der man über zwei Zwischenstationen wieder talwärts schweben kann. Das tolle daran ist, daß diese Seilbahn nur wenige Meter über den Baumkronen des tropischen Regenwaldes verläuft, wodurch man ganz phantastische Einblicke in Regionen hat, die man sonst wohl kaum sehen würde. Leider befand sich die Talstation der Skyrail ca. 10 km von Freshwater entfernt, wo wir unser Auto abgestellt hatten. Auf einen Bus wollten wir nicht warten, also sind wir zu Fuß losmarschiert. Nun sind 10 km keine allzugroße Strecke, bei der Hitze und immer entlang der Straße wurde der Marsch jedoch allmählich zur Qual. Darum verbrachten wir den Rest des Tages dann auch im Hotelpool, bevor wir zum Abendessen wieder ins Stadtzentrum fuhren.


5. Tag:

Heute verließen wir Cairns. Es sollte bis nach Townsville, der nächsten größeren Stadt gehen, unterwegs gab es aber auch eine ganze Menge zu sehen. Den ersten Stop machten wir bei Babinda, wo wir von der Hauptstraße abzweigten, um zu den Boulder Falls zu gelangen. Vom Parkplatz bis zu den Wasserfällen führte ein wundervoll gestalteter Weg, die Wasserfälle selbst waren jedoch weniger beeindruckend, weil der Bach ganz einfach zu wenig Wasser führte. Wir fuhren weiter zu den Josephine Falls. Hier war es schon ein wenig schöner, nicht zuletzt dadurch, weil man unterhalb des Wasserfalls baden konnte. Das Wasser strömte hier auf einem schrägen Stück Felsen herunter, und man konnte dort herrlich rutschen. Kein Wunder also, daß wir dort mehr als eine Stunde zubrachten. Wieder zurück auf der Hauptstraße, machten wir im nächsten Ort einen kurzen Stop, um bei KFC Mittag zu essen. Dann fuhren wir ohne weitere Stops über Ingham bis nach Townsville. Wir hätten zwar noch zwei Abstecher zu weiteren Wasserfällen machen können (darunter die höchsten Wasserfälle Australiens), aber wir waren uns einig, daß wir auf Grund des trockenen Wetters da nicht allzuviel verpassen würden. Wir suchten uns ein Motel und fuhren anschließend hinunter zur Uferpromenade. Dort kamen wir an einer Palme vorbei, wo sich mit lautem Geschrei Scharen von Papageien um einen Schlafplatz stritten; wirklich ein lustiger Anblick. An der Promenade gab es einen Fisherman´s Wharf mit einer Reihe von Restaurants, alles ein bißchen wie Biergarten angelegt. Bei Tim´s Surf ´N´ Turf probierten wir die Seafood Platte für zwei Personen....lecker kann ich nur sagen, nur daß die Menge durchaus auch für fünf Personen gereicht hätte. Auf dem Rückweg kamen wir wieder bei der Palme vorbei, aber inzwischen war auch dort Ruhe eingekehrt.


6. Tag:

Zum Frühstück fuhren wir in die Flinders Mall, der Einkaufsstraße von Townsville. Wir gingen ein bißchen Einkaufen und fuhren dann zum Great Barrier Reef Wonderland, einem großen Freizeitkomplex mit Aquarium, Kino, Souvenir-Shops etc. wo sich alles um das Great Barrier Reef dreht. Nach dem Mittagessen buchten wir für den nächsten Tag eine Fähre nach Magnetic Island und setzten uns dann ins Omnimax, ein großes 360°-Kino im Wonderland. Anschließend fragten wir dort auch nach einer Schnorchel-Tour zum Great Barrier Reef, erfuhren jedoch, daß Townsville dafür nicht der beste Ausgangsort sei. Dadurch daß es bis zum äußeren Riff recht weit ist, sind die Touren auch entsprechend teuer. Wesentlich günstiger sei es in Port Douglas (grrrmmpf...) oder in Airlie Beach. Also beschlossen wir, unsere nächsten Tagestouren so zu planen, daß wir in Arilie Beach halt machen und gaben den Gedanken ans Schnorcheln für die nächsten Tage erst mal auf. Danach fuhren wir noch auf den Castle Hill. Das ist ein großer Fels auf den eine Serpentinenstraße hinauf führt. Von hier aus hat man einen wundervollen Überblick über Townsville und die Umgebung. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir am Hotelpool, wo wir die nächsten Tage unserer Rundreise planten. Zum Abendessen gingen wir wieder, vorbei an der lustigen Palme, zum Fisherman´s Wharf, bestellten aber diesmal die Seafood-Platte für eine Person pro Paar. Außerdem probierten wir ein paar der leckeren Cocktails, die es an der Bar gab.


7. Tag:

An diesem Tag war zeitiges Aufstehen angesagt. Wir frühstückten auf der Terrasse unseres Hotels (eingekauft dafür hatten wir am Vortag und Möglichkeiten zum selbst bereiten von Kaffee oder Tee gibt es in jedem Hotel und Motel in Australien) und fuhren anschließend zur Fähre, die uns nach Magnetic Island brachte. Den Namen bekam die Insel übrigens von Captain Cook, dessen Kompaß verrückt spielte, als er an hier vorbei segelte.Wir mieteten uns einen Suzuki-Sierra (heißt in Europa Samurai) und düsten los; zuerst zur Nelly Bay, wo man Rock Wallabies füttern können sollte. Es gab da zwar einen Platz, wo jede Menge Brot- und Obstreste lagen, aber die Tiere bekamen wir nicht zu Gesicht. Also fuhren wir weiter, stellten unser Auto dann auf einem Parkplatz ab und wanderten zu `The Forts`. Das sind Reste einer befestigten Stellung aus dem 2. Weltkrieg, ganz oben auf einem Berg. Es war zwar noch recht früh am Morgen, jedoch machte uns die Hitze beim Aufstieg schon sehr zu schaffen. Aber wir wurden für die Mühen auch entsprechend belohnt. Auf einem Baum am Wegesrand saß in einer Astgabel ein schlafender Koala, zum greifen nahe. Oben auf dem Berg angekommen hatten wir einen atemberaubenden Ausblick über einen großen Teil der Insel und die herrlichen Buchten, die zum Baden einluden. Auf dem Rückweg zum Auto sahen wir noch einmal nach dem Koala, der immer noch schlief. Wir fuhren zur Alma Bay, wo das Baden gestattet war, was wir natürlich ausgiebig nutzten. Ansonsten ist Baden übrigens fast in ganz Queensland zu dieser Jahreszeit gefährlich, da es Stingers, das sind Quallen mit bis zu drei Meter langen Tentakeln, und den Box Jelly Fish, dessen Gift für Kinder sogar tödlich sein kann, gibt. In einer kleinen Gaststätte in der Nähe der Bucht machten wir auch Mittagspause, bevor wir zur Horseshoe-Bay, der größten Bucht der Insel, weiterfuhren. Hier gab es einen Wanderweg zur Radical Bay, aber bei der Hitze entschieden wir uns einstimmig dafür, das Auto zu nehmen. Von da aus fuhren wir in den Koala Wildlife Park. Hier konnte man Koalas (auch mit Baby im Beutel), Kakadus, Känguruhs und Wallabies besichtigen und streicheln, letztere beiden sogar füttern. Nur den Wombat, den es dort auch geben sollte, bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Wir fuhren zurück zur Picnic-Bay, wo wir noch einmal Baden waren, gaben unser Auto wieder ab und nahmen die Fähre zurück nach Townsville. Den Abend verbrachten wir wieder...richtig, am Fisherman´s Wharf, probierten diesmal jedoch etwas anderes von der riesigen Speisekarte.


8. Tag:

Nach dem Frühstück auf unserer Hotelterrasse verließen wir Townsville und fuhren auf direktem Wege nach Airlie Beach. Die Strecke war nicht allzu weit, so daß wir bereits nach dem Mittag dort eintrafen und ohne größere Probleme ein gutes und preiswertes Motel fanden. Immerhin war Ferienzeit und Airlie Beach ist ein sehr beliebter Ferienort. Im Motel erkundigten wir uns auch gleich nach Touren zum Riff und fuhren dann sofort zum Hafen, um eine Tour für den nächsten Tag zu buchen. Dann sahen wir uns noch ein wenig in der Stadt um, machten noch einen Abstecher in die umliegenden Orte Proserpine und Shute Harbour und verbrachten den Rest des Nachmittags am Hotelpool. Gegen Abend suchten wir uns eine Kneipe und landeten schließlich im `Beaches`, direkt an der Hauptstraße. Hier gab es eine gute Auswahl an Steaks, Burgers, Sandwiches und Pasta, alles zu einem vernünftigen Preis. Im Laufe des Abends setzte dann ein ziemlich heftiger Regen ein, der uns noch ein wenig zum Sitzenbleiben veranlaßte. Da wir aber am nächsten Morgen früh aufstehen mußten, entschieden wir uns nach einer Weile doch, zu gehen. Pitschnaß kamen wir am Motel an, was für uns ein guter Grund war, vor dem Schlafengehen noch mal in den Pool zu springen.


9. Tag:

Es war ziemlich regnerisch und entsprechend getrübt war auch unsere Laune. Nach ausgiebigem Frühstück im Motel fuhren wir zu Pro Dive, bei denen wir die Schnorcheltour gebucht hatten. Die machten uns gleich wieder Mut und meinten, daß es nicht sicher sei, daß es am Riff auch regnet, und selbst wenn das der Fall wäre, wäre die Welt unter Wasser dennoch fast genauso schön. Es kamen noch eine ganze Menge anderer Teilnehmer, viele wollten nicht nur Schnorcheln sondern Tauchen, und so ging die Fahrt los. Unterwegs konnten wir während der Fahrt durch die Whitsunday-Inseln vom Boot aus eine Menge Stingers mit ziemlich langen Tentakeln sehen. Außerdem wurden wir eingewiesen und belehrt und nach ca. zwei Stunden erreichten wir das Bait Reef. Wir bekamen die Ausrüstung in die Hand und dann konnte es losgehen. Da wo das Boot lag, gab es eine Menge kleiner Quallen, die, wenn man sie berührte ein gewisses Brennen auf der Haut verursachten. Die gefährlichen Stingers, genauso wie den Box Jelly Fish, gäbe es hier draußen aber nicht, wurde uns versichert und auch Haie gäbe es hier am Riff nicht. Wir schwammen also vom Boot weg auf das Riff zu, das hier nur etwa einen Meter unter der Wasseroberfläche lag. Was wir zu sehen bekamen, war einfach überwältigend. Wunderschöne Korallen in allen erdenklichen Farben, dazwischen Schwärme von kleinen und großen Fischen, sogar eine Schildkröte konnten wir unter Wasser beobachten. Man konnte direkt über das Riff schwimmen und mußte einfach nur den Kopf nach unten halten, aber auch ein wenig zwischen zwei großen Erhebungen entlangtauchen, wo man vor dem dunklen blau der tiefen See die Taucher weiter nach unten sinken sah.....es war einfach zauberhaft. Nach ca. einer Stunde war der erste Gang beendet und wir kamen zurück an Bord. Hier wurde beim Lunch am kalten Buffet viel über das Gesehene erzählt. Dann wurden am Heck Fische gefüttert, wobei wir auch einige riesige Exemplare zu Gesicht bekamen. Schließlich gingen wir zum zweiten Gang ins Wasser. Eigentlich wollten wir zu einer anderen Stelle auf der anderen Seite des Bootes schwimmen, doch die war etwas weiter weg und im Laufe des Tages hatte sich hier eine recht starke Strömung entwickelt, so daß man selbst mit den Flossen ziemlich zu kämpfen hatte. Der Vorteil dieser Strömung war, daß es die vielen kleinen Quallen nicht mehr gab. Also schwammen wir wieder zu der Stelle, wo wir schon vor dem Mittag gewesen waren und schauten uns dort noch ein wenig um, bevor wir endgültig zum Boot zurückkehrten. Auf der Rückfahrt setzten wir uns aufs Oberdeck und genossen die Aussicht. Unterwegs gab es noch mal frisches Obst als kleinen Snack, bevor wir gegen 15.45 Uhr wieder in Airlie Beach eintrafen. Gegen Abend sollten wir uns alle bei `Magnums` bei einem Freibier treffen. Bis dahin wollten wir eigentlich ein bißchen in den Läden bummeln, aber es zwickte uns doch ziemlich auf der Haut, so daß wir beschlossen, im Hotel erst einmal das Salzwasser abzuduschen. Dort, vor dem Spiegel erlebten wir dann eine böse Überraschung. Was da so zwickte, war nicht nur das Salzwasser, sondern ein schwerer Sonnenbrand. Es war zwar den ganzen Tag lang bedeckt gewesen, aber dennoch schien das Ozonloch und die geschlossene Wolkendecke noch genügend Strahlung durchgelassen zu haben, um uns den Rücken, der ja die ganze Zeit beim Schnorcheln aus dem Wasser herausschaute, feuerrot zu verbrennen. Dazu kam noch, daß wir aufgrund des trüben Wetters völlig auf irgendwelche Sonnenschutzmittel verzichtet und auf der Rückfahrt ja sogar noch in der Sonne, die am Nachmittag vereinzelt herauskam, saßen. Naja, jedenfalls sahen unsere Rücken feuerrot aus und schmerzten auch entsprechend. Also sind wir gleich noch mal in die Stadt gestürzt und haben beim Chemist etwas gegen Sonnenbrand verlangt. Der hat uns dann auch etwas gegen die Schmerzen und Cortison zum Einreiben gegeben, womit man das Schlimmste verhüten könnte. Wir sind dann abends zum Magnums gegangen, aber das Essen da war nicht so berauschend und so verzichteten wir auf das Freibier und wollten wieder ins `Beaches`. Diesmal stand davor so ein junges Mädchen und fragte uns, ob wir hier was essen wollten. Da wir gerade gegessen hatten (wenn auch nicht so besonders), sagten wir, daß wir eigentlich nur etwas trinken wollten. Da grinste uns das Mädel an, fragte, woher wir kämen und erklärte uns dann in deutsch: Dieses Restaurant darf zwar Alkohol ausschenken (sog. licensed Restaurant), aber nur an Hotelgäste oder wenn jemand auch etwas ißt (also kein full licensed Restaurant). Wenn Ihr also nicht hier wohnt und es fragt Euch jemand, ob ihr was essen wollt, müßt ihr ja sagen; auch an der Bar, wenn ihr was zu Trinken bestellt, sagt, daß ihr was gegessen habt, wenn Euch jemand fragt. Also frage ich noch mal: Do you come for dinner tonight? Und wir antworteten natürlich: Yeeeeeeees!!! Und schon ging alles glatt.


10. Tag:

Nach einer, aufgrund des Sonnenbrandes, sehr unruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück im Hotel fuhren wir über Proserpine wieder auf den Pacific Coast Higway. Diesem folgten wir über Mackay bis kurz vor Rockhampton, wo wir den Highway verließen, um einen Abstecher zu den Olsons Capricorn Caverns zu machen. Bevor wir die Höhlen erreichten, machten wir gegen Mittag in einem kleinen Gasthof halt, wo wir die mit Abstand besten Steakburger unserer gesamten Australien-Tour bekamen. Um 14 Uhr konnten wir dann eine Führung durch die Höhlen (Australiens größte Höhlen in Privatbesitz) mitmachen. Es war wirklich sehr beeindruckend und sehr, sehr interessant. So gab es zum Beispiel einen kleinen kerzengeraden Kamin, der aus der Höhle an die Erdoberfläche führte und etwa die Umrisse des australischen Kontinents hatte. Noch kurioser ist jedoch, daß die Höhlen fast exakt auf der Höhe des südlichen Wendekreises (Tropic of Capricorn) liegen, wodurch am 21.12. um 12 Uhr die Sonne genau senkrecht über diesem Kamin steht und somit sozusagen einen Lichtkegel in der Form Australiens auf den Boden der Höhle projiziert. Schade, daß wir erst um 14 Uhr dort ankamen, sonst hätten wir dieses Schauspiel miterleben können (es war gerade der 23.12., also nur minimale Abweichung vom idealen Datum). Außerdem wurden wir auf die phantastische Akustik in der Höhle aufmerksam gemacht; um dies zu demonstrieren, wurden zwei Stücke von Enya gespielt...es gibt wohl kaum eine bessere Musik zur Akustik-Demonstration.Von hier aus fuhren wir dann weiter in den kleinen Ferienort Yepoon an der Pazifikküste, wo wir uns ein Motel suchten. Wie wir von der Wirtin erfuhren, brauchte man sich hier nicht mehr vor Stingers oder Box Jelly Fish in acht zu nehmen, also fuhren wir sofort zum Strand um zu baden. Anschließend bummelten wir ein wenig durch die Stadt, wo es aber absolut nichts besonderes zu sehen gab. Wir besorgten uns in einem Bottle-Shop zwei Flaschen Wein für den Abend und suchten dann etwas zum Abendessen. Bei einem Red Rooster (einer ziemlich verbreiteten Fast Food Kette) glaubten wir fündig geworden zu sein, jedoch schmeckte alles etwas befremdlich, so daß wir kurzerhand noch über die Straße zum KFC gingen, um dort auch noch etwas zu essen. Den Rest des Abends verbrachten wir dann im Hotel, wo wir uns bei einigen Gläsern Wein ansahen, was wir bisher alles mit der Kamera gefilmt hatten.


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