Sechs Wochen lang durch den fünften Kontinent



11. Tag:

An diesem Morgen, dem 24.12., brachen wir gegen 8 Uhr auf. Das Wetter war sehr wechselhaft; strahlender Sonnenschein wechselte sich mit sehr ergiebigen Regenfällen ab, bei denen an zügiges vorwärtskommen nicht zu denken war. Wir fuhren über Rockhampton bis Maryborough, wo wir zum Mittagessen zum `All you can eat` zu Pizza Hut gingen. In Australien heißt dies allerdings `Works`, was jedoch nicht bedeutet, daß man dafür arbeiten muß... Anschließend fuhren wir weiter bis Gimpy, machten einen kurzen Abstecher vom Highway, um ein Stück an der Sunshine Coast entlang zu fahren. Von da aus fuhren wir weiter zu den Glasshouse-Mountains. Das sind eine Reihe von Felsen, die weithin sichtbar aus der Landschaft in den Himmel ragen. Ihren Namen bekamen sie von Captain Cook, der, als er 1770 hier an der Küste vorbeisegelte und die Berge sah, wohl an die Schlote der Glasfabriken im heimischen England erinnert wurde. Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich unser Tagesziel Brisbane. Wir suchten uns ein Motel für die nächsten drei Nächte und fuhren dann zu den South Bank Parklands. Das ist ein großer Park am Ufer des Brisbane Rivers, wo es jede Menge Gaststätten, zwei große Swimmingpools mit Palmen und Strand herum und sogar einem Weihnachtsmarkt gab. Nachdem wir etwas gegessen hatten, schlenderten wir ein wenig über den Markt bis wir feststellten, daß die Leute alle in Richtung Uferpromenade gingen. Wir reihten uns in den Strom ein und konnten so einen wundervollen Weihnachtsumzug miterleben und über die Lautsprecher am Ufer ertönten Weihnachtslieder. Anschließend gab es noch ein großes Feuerwerk als Abschluß einer großen Weihnachtsparty.


12. Tag:

Der Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages. Wir wollten uns ein bißchen die Stadt ansehen und stellten unser Auto in einem Parkhaus ab. In der Queen-Street, der großen Einkaufspromenade von Brisbane war jedoch alles geschlossen, kein Wunder eigentlich, schließlich war Feiertag. Also beschlossen wir, in der einzigen Gaststätte, die geöffnet war (selbst McDonalds hatte über die Feiertage geschlossen) zu Frühstücken und anschließend den in unserem Reiseführer empfohlenen Stadtrundgang zu machen . Außerdem hatten wir gelesen, daß man in den frühen Morgen- und späten Abendstunden auf North Stratbroke Island, einer Insel vor Brisbane, Delphine beobachten könne. Daher fuhren wir nach dem Stadtrundgang in den Vorort Cleveland, um uns über die Abfahrtszeiten der Fähre zu informieren. Leider mußten wir feststellen, daß über die Weihnachtsfeiertage nur zwei Fähren am Tag fuhren, um 11 Uhr und um 16 Uhr - also war nichts mit Delphinen beobachten. Wir fuhren nach Brisbane zurück und wollten irgendwo Mittag essen. Auf dem Weg fanden wir einen Sizzler (eine Steakhouse-Kette), aber da war ohne Vorbestellung nicht reinzukommen, wie wohl auch bei den meisten anderen Gaststätten. Von den Fast-Food-Ketten hatte auch nur Red Rooster geöffnet, aber das wollten wir uns kein zweites mal antun und so waren wir froh, als wir bei einem King Chicken etwas Eßbares bekamen. Wir fuhren dann zum Mount Coot-Tha, einem Aussichtspunkt, von wo man einen wundervollen Blick auf Brisbane hat. Von da aus fuhren wir noch zum Lone Pine Koala Park, der jedoch leider bereits geschlossen hatte. Ziemlich enttäuscht kehrten wir zu unserem Hotel zurück und setzten uns eine Weile an den Pool. Zum Abendessen gingen wir in ein China-Restaurant an den South-Banks, für das man glücklicherweise nicht vorbestellen mußte.Am Abend setzten wir uns zur Reiseplanung für die nächsten Tage noch ein wenig zusammen. Da es über die Feiertage in Brisbane nicht viel mehr zu erleben gab, beschlossen wir, am nächsten Morgen abzureisen und hofften, den Hotelbesitzer davon überzeugen zu können, uns das Geld für die dritte Nacht zurückzuerstatten.


13. Tag:

Wir hatten am Abend zuvor dem Chef des Hotels unser Vorhaben bereits mitgeteilt und er war auch bereit, uns den vollen Preis für eine Nacht zurückzuerstatten. Wir konnten also ohne Probleme vorzeitig abreisen. Etwas zum Frühstück besorgten wir uns diesmal an einer Tankstelle, denn auch am zweiten Feiertag war in der Stadt so gut wie alles geschlossen. Wir fuhren ein Stück an der Gold Coast entlang und hielten kurz in Surfers Paradise. Aber so paradiesisch war es hier auch nicht, man hatte eine Reihe Hotels direkt an den Strand gebaut und auch sonst war der Ort vor allem von viel Beton geprägt. Also setzten wir unsere Fahrt unverzüglich fort und waren gegen Mittag in Byron Bay. Das ist der östlichste Punkt des australischen Festlands und daher ein ziemlicher Touristenmagnet. Natürlich fuhren wir bis zum Leuchtturm, den steilen Pfad die Klippen hinunter zum Strand sind wir jedoch nicht gegangen. Inder Stadt Ballina haben wir dann einen kurzen Halt zum Mittagessen gemacht. Danach verließen wir den Bruce Highway, der weiter entlang der Küste nach Süden führte und fuhren ein wenig weiter in das Landesinnere. Wir fuhren über Casino, wo es in einem kleinen Tümpel Schnabeltiere geben sollte. Allerdings sagte man uns da, daß man diese sehr seltenen und scheuen Tiere nur in den frühen Morgenstunden zu Gesicht bekäme; übernachten wollten wir hier jedoch nicht. Daher fuhren wir weiter und erreichten am späten Nachmittag Glen Innes. Hier schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Stadt sah aus wie eine Kleinstadt in den 50er Jahren. Wir hatten schnell ein Motel gefunden, stellten unser Gepäck ab und spazierten ein wenig durch die Straßen. Die Visitors Information hatte natürlich geschlossen, schließlich war ja Feiertag und es war auch schon nach 16 Uhr. Man konnte sich jedoch über Sehenswürdigkeiten und Wanderwege in derUmgebung informieren und so erfuhren wir, daß es auf einer Anhöhe nahe der Stadt eine Celtic Monument gab. Natürlich fuhren wir sofort dahin, es war auch wirklich nicht weit, man hätte es bequem auch zu Fuß erreicht. Hier war auf einer großen Lichtung so eine Art Stonhenge errichtet worden, einige Monolithen, die in konzentrischen Kreisen angeordnet waren und wohl auch so eine Art Uhr oder Kalender repräsentieren sollten. Das ganze sollte an die ersten keltischen Einwanderer in Australien erinnern. Da es noch immer nicht dämmerte, beschlossen wir, noch in Richtung Inverell zu fahren, einem der größten Zentren des Opal-Bergbaus Australiens. Unterwegs kamen wir an einem Opal-Museum vorbei, welches aber offensichtlich geschlossen hatte. Uns kamen Zweifel, ob wir in Inverell mehr Glück haben würden, fuhren jedoch trotzdem weiter. Inzwischen wurde es doch langsam dunkel und so mußten wir ein wenig vorsichtiger fahren, denn in der Dämmerungist die Gefahr, daß einem auf einmal ein Känguruh vor das Auto springt am größten. Und tatsächlich sahen wir nach einer Weile ein großes Känguruh in der Nähe der Straße grasen. Natürlich haben wir sofort angehalten um Fotos zu machen, aber das scheue Tier war recht schnell im Wald verschwunden. Wir sind dann noch ein Stück weiter gefahren, haben aber das Ziel Inverell aufgegeben, da es sowieso zu spät war, um dort noch irgend etwas zu unternehmen, und sind wieder umgekehrt. In Glen Innes haben wir dann nach einer Gaststätte fürs Abendbrot gesucht, aber viel Auswahl gab es da nicht, und so kamen wir schließlich in eine Pizza-Bude. Die Eagle-Boys waren eigentlich ein Pizza-Liefer-Service, aber es gab da auch einen Tisch und so beschlossen wir, da etwas zu essen. Wir entschieden uns für zwei große Pizzas und vier Becher Cola, aber irgendwie hatte der Angestellte Probleme, dies seiner Kasse begreiflich zu machen.Also schlug er uns ein Special nach dem anderen vor, und von mal zu mal wurde es billiger. Am Ende hatten wir vier Knoblauchbrote, zwei große Pizzas, sechs Chicken Wings und zwei Flaschen Cola für knapp $25. Ein Super-Deal, wenn man bedenkt, daß wir für das, was wir eigentlich wollten ca. $34 bezahlt hätten...und die Pizzas waren wirklich aller erste Klasse. Und so "rollten" wir uns dann am späten Abend wieder in Richtung Motel...


14. Tag:

Wir verließen Glen Innes und fuhren den New England Highway nach Armidale. Wir frühstückten bei McDonalds und fuhren dann weiter bis Tamworth. Hier zweigten wir vom Highway ab, um einen Abstecher nach Nundle zu machen. Das sollte eine alte Goldgräberstadt sein, aber wir fanden dort nicht mal eine richtige Stadt, geschweige denn ein historisches Zentrum, ja nicht mal eine Kneipe. Aus einigen Infozetteln an der (geschlossenen) Visitors Information konnten wir aber einiges über die Geschichte von Nundle erfahren...und daß es in der Nähe eine noch arbeitende Goldmine gäbe. Also sind wir unverzüglich dahin gefahren und erreichten nach anschließendem 20-minütigem Fußmarsch die Dead Horse Gold Mine. Vor etwa 120 Jahren arbeiteten hier Tausende von Menschen, heute gab es hier nur einen einzigen Goldgräber, der sich eine Schürflizenz besorgt hatte und noch immer einige sehenswerte Nuggets aus dem Berg holte. Für $5,- pro Person führte er uns in die Mine, zeigte uns die alten und seine neuen Stollen und erklärte uns, was er noch vorhabe. Der Mann hatte die Hoffnung, einen 600 Pfund schweren Klumpen Gold zu finden und sich dann zur Ruhe setzen zu können; bis dahin müssen die paar Nuggets, die er findet und das Geld, das er von den wenigen Touristen, die sich hierher verirren, für eine Führung bekommt, zum Leben reichen...Wir fuhren anschließend wieder zurück auf den Highway, wo uns auf einmal sintflutartige Regenfälle überraschten, man konnte wirklich kaum 5 Meter weit sehen und die Scheibenwischer schafften es absolut nicht mehr, für entsprechende Sicht zu sorgen. Aber irgendwann hatten wir es überstanden und konnten einen weiteren kurzen Abstecher machen. Direkt an unserem Weg lag der Burning Mountain. Das ist ein Berg, in dessen Inneren seit Jahrtausenden Kohleflöze glimmen. Nach ca. 30 Minuten Wanderung auf einer Art Lehrpfad erreichten wir eine Hügelkuppe, wo es ziemlich stark nach Schwefel roch und man ab und zu auch eine dünne Rauchsäule aus einigen Erdlöchern aufsteigen sehen konnte. Wir setzten unsere Fahrt fort und erreichten gegen 16 Uhr Musswellbrook, wo wir wieder bei McDonalds Station machten, immerhin hatten wir seit dem Morgen nichts gegessen und waren eine ganze Menge gewandert. Gegen Abend kreuzten wir bei Newcastle den Pacific Highway und waren kurze Zeit später in dem Küstenort Nelson Bay. Dies ist ein beliebter Ausflugsort für die Sydneyer und so war es nicht verwunderlich, daß jetzt zur Ferienzeit absolut alles ausgebucht war. Nachdem wir den Ort systematisch nach einer Unterkunft durchkämmt hatten und bereits wieder zurück in Richtung Newcastle fahren wollten, fanden wir im letzten Motel vor dem Ortsende noch ein Doppelzimmer, allerdings für $138. Die Wirtin war sehr freundlich, und so bekamen wir noch ein paar Decken, nahmen die Matratzen vom Doppelbett und konnten so zu viert in dem Zimmer schlafen. Allerdings kostete diese "extra Aufbettung" noch mal $20. Unsere Wirtin war uns noch beim Buchen einer Dolphin-Watching-Tour für den nächsten Morgen behilflich und dann fuhren wir zum Abendessen an die Strandpromenade. Im Fisherman´s Wharf Restaurant gab es ein wundervolles All-you-can-eat-Buffet mit wesentlich mehr als nur Seafood und so blieben wir hier noch eine ganze Weile. Schließlich waren wir sogar die letzten Gäste und um uns herum wurde bereits aufgeräumt. Beim Gehen (gegen 21.30 Uhr) sahen wir, daß die Gaststätte eigentlich schon eine halbe Stunde eher geschlossen hätte...


15. Tag:

Wir standen gegen 6.30 Uhr auf, denn um 8 Uhr startete die Dolphin-Watching-Tour und wir wollten zuvor noch an der Uferpromenade frühstücken. Als wir dort ankamen sahen wir, daß bereits viele Leute auf dem Schiff waren und gingen doch erst mal zum Tickets lösen an den Kay. Als uns der Kapitän darauf hinwies, daß in ca. 15 Minuten Abfahrt sei, wurden wir dann doch etwas stutzig. Ein Blick in unseren Reiseführer brachte Klarheit. Wir hatten am Tag zuvor die Grenze zwischen Queensland und New South Wales überquert. Es war zwar immer noch die gleiche Zeitzone, jedoch war in Queensland keine Sommerzeit, wir hätten unsere Uhren also bereits am Vorabend eine Stunde vorstellen müssen...und da dachten wir auf einmal wieder an die Gaststätte... Während der Rundfahrt in der Bucht hatten wir leider kein ideales Wetter, aber ein paar Delphine konnten wir doch beobachten, die teils einzeln, teils "in Formation" am Schiff vorbeischwammen.Nach der Rundfahrt fuhren wir mit dem Auto nach Mungo Beach, auf die andere Seite der Bucht. Wenn man hier auf die Sanddünen geht, hat man vor sich den Ozean und hinter sich einen großen Binnensee, den man mit einer Autofähre überqueren kann. Zum Mittagessen fuhren wir nach Newcastle zum Pizza Hut, wo es wieder `All you can eat` gab. Danach sind wir über Cessnock in das Hunter Valley, eines der beiden bekanntesten Weinanbaugebiete Australiens, gefahren. Hier liegen viele Weingüter auf engstem Raum und dazwischen eine Menge von Hotels und Pensionen. Nach längerem Suchen nach einer Unterkunft, die unseren Preisvorstellungen entsprach, kamen wir in der Hermitage Lodge unter, wo wir eine Suite mit zwei Schlafzimmern und einem großen Badezimmer mit Whirlpool für $135 bezogen.Die meisten Weingüter schlossen jedoch bereits gegen 16 Uhr und so fanden wir nur noch eins, wo wir nach einer kurzen Weinprobe eine Flasche für den Abend mitnahmen. Zum Abendessen gingen wir in das Hotelrestaurant, wo wir nach all dem Fast Food der letzten Tage, mal so richtig gut (und teuer) gegessen haben. Den Abend verbrachten wir dann in unserer Suite, wo wir uns bei der Flasche Wein aus der Limestone Winery unser bisheriges Videomaterial ansahen.


16. Tag:

An diesem Tag stand das Hunter Valley mit seinen vielen Weingütern auf dem Programm. Da diese meist erst gegen 10 Uhr öffnen, konnten wir mal ausschlafen. Wir frühstückten auf der Terrasse unserer Suite und brachen gegen 9 Uhr auf. Bei allen Weingütern kann man verschiedene Weine probieren und natürlich auch kaufen. Da in Australien für den Ausschank von Alkohol eine Lizenz nötig ist, dürfen die Winzer eigentlich keine offenen Weine anbieten. Daher sind alle Weinproben grundsätzlich kostenlos, egal wieviel Weine man kosten möchte. Dafür sind die Flaschen dann aber recht teuer. Bis zum Mittag waren wir bei sieben verschiedenen Winzern, wo wir jeweils ca. 3 bis 4 Weine probierten . Auch wenn es immer nur Probiergläser waren, zeigte der Alkohol doch bereits Wirkung, und so beschlossen wir, eine Pause einzulegen. Wir fuhren nach Cessnock und gingen zum Mittagessen zu KFC. Frisch gestärkt setzten wir unsere Tour durch die Weingüter fort und besuchten noch vier weitere Weingüter, bevor wir zurück zum Hotel fuhren. Gegen Nachmittag fuhren wir dann noch einmal zum Einkaufen nach Cessnock, wo wir uns für den Abend einen großen Pack Wein (5 Liter, kostete aber nicht mehr als sonst eine oder zwei Flaschen und schmeckte auch nicht übel) sowie Käse und Oliven besorgten. Groß Abendessen wollten wir heute nicht, also gingen wir nur kurz zu McDonalds, bevor wir wieder zum Hotel zurückfuhren. Hier ließen wir den Tag wieder auf unserer Terrasse bei Oliven, Käseund Wein ausklingen.


17. Tag:

Nach dem Frühstück fuhren wir eine recht einsame Straße zum Hunter Valley Lookout. Von einem Hügel herab hatte man einen wundervollen Ausblick über das gesamte Tal mit seinen vielen Wineries. Dann verließen wir das Hunter Valley und fuhren nach Katoomba, dem Hauptort der Blue Mountains. Hier aßen wir, ein wenig abseits des Zentrums, in einer kleinen Gaststätte Mittag und fuhren dann zum Evans Point Lookout. Von hier aus kann man den Ausblick auf den Grand Canyon der Blue Mountains genießen. Wir fuhren weiter zur Skyway, einer Aussichtsseilbahn, die eine ca. 250 Meter breite und 300 Meter tiefe Schlucht überspannt. Man kann damit von der einen Seite bis kurz vor die andere fahren und hat unterwegs einen atemberaubenden Blick in die Schlucht, auf einen Wasserfall sowie die Three Sisters, die wohl bekannteste Felsgruppe der Blue Mountains. Die Seilbahn fährt dann, ohne die gegenüberliegende Seite zu erreichen, wieder zurück. Von hier aus wanderten wir immer am Kamm entlang zum Echo Point, der uns noch einmal einen tollen Blick auf die Three Sisters bot. Nach einem kurzen Blick in das dortige Visitors Center stiegen wir eine steile Treppe mit fast 1000, teils in den Fels gehauenen, teils darangebauten Stufen in den Canyon hinab. Nach ca. 40 Minuten Wanderung erreichten wir die andere Seite, wo eine Art Zahnradbahn wieder nach oben, zur Station der Skyway führte. Wir hatten die letzte Fahrt der Bahn jedoch um ca. 20 Minuten verpaßt, und so blieb uns nur der Aufstieg über die Forbes Steps. Dieser war zwar ziemlich anstrengend, aber der Weg vorbei an einem Wasserfall, einigen Höhlen und einer Reihe wundervoller Aussichtspunkte war dafür sehr schön. Mittlerweile begann es zu dämmern und so setzten wir unsere Fahrt in Richtung Sydney fort. Gegen 20 Uhr trafen wir dort ein und suchten zunächst unser Hotel, das einzige unserer gesamten Reise, das wir, weil es über Silvester war, bereits von Deutschland aus vorgebucht hatten. Wir waren von diesem erlebnisreichen Tag ziemlich erschöpft und beschlossen, auf das Abendessen zu verzichten. Statt dessen begnügten wir uns mit dem Rest Käse und Oliven und natürlich einem Schluck Wein, bevor wir schlafen gingen.


18. Tag:

Heute, am 31. Dezember, wollten wir Sydney ein wenig näher erkunden. Wir kauften gleich im Hotel einen Sydney Pass, der für drei Tage zum kostenlosen Benutzen aller Verkehrsmittel (inklusive Fähren) sowie Ermäßigungen bei einigen Sehenswürdigkeiten berechtigt. Dann sind wir erst mal zu Hungry Jack´s (entspricht dem Burger King) frühstücken gegangen. Von da aus gings per City Rail zum Circular Quay. Hier laufen so ziemlich alle Stränge zusammen, die Fähren fahren ab hier in alle Richtungen, eine Menge Buslinien und auch die City Rail halten am Circular Quay. Zuallererst sind wir zum Sydney Opera House gelaufen. So schön das Gebäude von außen aussieht, so enttäuschend ist es von innen, zumindest im Eingangsbereich. Dieser macht von der Gestaltung her eher den Eindruck einer Bahnhofshalle. Von der Oper aus sind wir durch die Botanic Gardens, vorbei am Gouvernements House zum Mrs. MacQuire´s Point gelaufen. Das ist ein in Stein gehauener Stuhl (für die Frau des ehemaligen Gouverneurs MacQuire), von dem man einen schönen Rundblick über die vor einem liegende Bucht hat. Hier stiegen wir in den City Explorer Bus. Dieser fährt in Abständen von 20 Minuten eine große, insgesamt zwei Stunden dauernde Runde durch die Stadt, während der man die Sehenswürdigkeiten erläutert und jede Menge Tips und Informationen bekommt. Wir sind bei `The Rocks` ausgestiegen und ein bißchen durch dieses alte Stadtviertel gebummelt. Nach einem kleinen Imbiß zum Mittag sind wir zur Harbour Bridge gelaufen. Auf einen der Brückenpfeiler kann man hinauf. Im Inneren ist eine Ausstellung zur Geschichte der Brücke; von oben hat man, wie könnte es anders sein, einen sehr schönen Ausblick auf die City, das Opernhaus, Darling Harbour und die Suburbs. Wir gingen zurück zum Circular Quay und nahmen eine Fähre nach Darling Harbour, wo wir zum Kaffeetrinken einkehrten und einige Donuts für den nächsten Morgen kauften. Anschließend liefen wir zum St. Martins Place und fuhren mit der City Rail zurück zum Hotel. Gegen 20.30 Uhr brachen wir, mit dem Rest des 5 Liter-Packs Wein und zwei Flaschen Sekt im Rucksack, wieder in Richtung Hafen auf, wo wir das gigantische, tagelang vorher angekündigte Silvester-Feuerwerk warten wollten. Doch bereits kurz bevor wir am Circular Quay ankamen, hörten wir Böller und sahen den Lichtschein. Aus dem Bahnhof herausgekommen, sahen wir gerade noch die letzten Raketen des 3 Millionen-Dollar-Feuerwerks. In Sydney gibt es eben ab ca. 20.30 Uhr eine große Show, wo sich fast die ganze Stadt versammelt, und die mit dem großen Feuerwerk endet. Dann gehen die Leute nach Hause, um dort in Familie auf das neue Jahr anzustoßen. Natürlich waren wir wahnsinnig enttäuscht und erst einmal ratlos. Wir beschlossen, uns auf die Treppen vor der Oper zu setzen und dort bis Mitternacht zu warten. Doch die Oper zu erreichen war gar nicht so einfach, schließlich kamen gerade einige Tausend Menschen von dort uns entgegen. Nach über einer Stunde drängeln, schubsen und stehen hatten wir die ca. 500 Meter Weg geschafft und setzten uns vor die Oper auf die Treppe . Wir waren jedoch bei weitem nicht die einzigen. Um Mitternacht begannen dann einige Schiffe vereinzelt Raketen abzufeuern, aber die Riesenstimmung, wie drei Stunden zuvor, gab es nicht mehr.


19. Tag:

An diesem Neujahrsmorgen schliefen wir aus, machten uns gegen 9 Uhr einen Kaffee in unserem Hotelzimmer und aßen dazu Donuts. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Circular Quay und nahmen eine Fähre nach Manly, wo die Hauptattraktion das große Oceanworld ist. Wir erkundigten uns zunächst, wann es etwas besonderes zu sehen gibt und erfuhren, daß um 14 Uhr Hai-Fütterung wäre. Genug Zeit also noch, um Mittag essen zu gehen. Wir fanden ein hübsches Café an einer Ecke, wo wir ein ganz ausgezeichnetes Barramundi-Filet (ein einheimischer Fisch) bekamen. Danach gingen wir ins Oceanworld. Dort konnte man durch einen Gang aus Glasröhren gehen und um einen herum schwammen die unterschiedlichsten Fische...inklusive einiger wirklich großer Haie . Außerdem gab es ein Becken mit Robben, eins mit Schildkröten und man konnte jede Menge über Meerespflanzen und -tiere lernen. Gegen 14 Uhr stiegen dann zwei Taucher in das große Becken und begannen, die Haie zu füttern, was man in den Glasröhren hautnah verfolgen konnte. Anschließend sind wir wieder zur Fähre gegangen und wollten zurück zum Circular Quay. Diesmal nahmen wir aber eine CityCat, ein schneller Katamaran, der nur die Hälfte der Zeit braucht, und fuhren dann mit der City Rail zurück zum Hotel. Hier stiegen wir ins Auto und fuhren auf dem Highway aus der Stadt hinaus nach Kiama. Dieser kleine Ort ist berühmt, wegen seines Blowholes. Das ist ein Loch im Felsen, aus dem bei stürmischer See eine mehrere Meter hohe Wassersäule emporschießt. Allerdings hatten wir nicht das Glück, dieses Schauspiel beobachten zu können. Wir fuhren dann weiter nach Bundanoon, wo wir in die Glow Worm Glen wandern wollten. Das ist eine Schlucht, wo man bei Dunkelheit Glühwürmchen an den Wänden sehen kann. Als wir an dem Wanderweg ankamen, war es allerdings noch nicht dunkel und es begann gerade zu regnen. Also beschlossen wir, zuerst eine Gaststätte fürs Abendbrot zu suchen und fanden schließlich das `Old Heidelberg`. Das war eine urgemütlich eingerichtete Gaststätte, die ganz vorzügliche deutsche Küche anbot. Die Wirtin kam ursprünglich aus Köln und lebt mittlerweile seit 41 Jahren in Australien. Wir unterhielten uns ein wenig und als wir gingen, gab sie uns noch einen Acommodation Guide für ganz Australien mit, in dem nahezu alle Hotels mit Adresse und Preisen eingetragen waren, was uns die Suche nach einer Unterkunft in den nächsten Tagen und Wochen wesentlich erleichterte.Nun fuhren wir wieder zu dem Weg zur Glow Worm Glen. Inzwischen war es etwa 21.30 Uhr und stockfinster. Mit einer Taschenlampe tasteten wir uns vorwärts und erreichten nach ca. 20 Minuten die Grotte, wo man auch wirklich jede Menge Glühwürmchen sehen konnte. Wir liefen wieder zurück zum Auto und fuhren über den Hume Highway zurück nach Sydney, wo wir gegen Mitternacht ankamen.


20. Tag:

Wir tranken am Morgen kurz Kaffee im Hotel und fuhren dann mit der City Rail bis St. Martins Place. Von da aus liefen wir zum Sydney Tower, auf den wir natürlich auch hinauffuhren. Dann liefen wir zum Circular Quay und machten eine Hafenrundfahrt . Anschließend trennten wir uns, um noch ein bißchen durch die Stadt zu bummeln . Wir (Doreen und ich) gingen zum Queen Victoria Building, einem großen, recht exklusiven, Kaufhaus. Dort, im Erdgeschoß, kauften wir uns zwei Sandwiches zum Mittagessen und gingen dann in den Hyde Park. Wir sahen uns die St. Marys Cathedral an und nahmen anschließend einen Bus nach Bondi Beach. Das ist DER große Badestrand von Sydney, hier herrschte eine Stimmung und ein Treiben, vergleichbar mit Surfers Paradise an der Gold Coast. Wir sahen uns ein bißchen um und setzten uns schließlich zum Kaffeetrinken in ein kleines Café an der Promenade. Dann begaben wir uns auf den Rückweg. Wir fuhren mit dem Bus bis Bondi Junction, wo wir noch ein bißchen einkauften, und nahmen von da aus die City Rail bis zur Central Station. Mit dieser Variante waren wir wesentlich schneller, als wenn wir die ganze Strecke wieder mit dem Bus gefahren wären. Von der Central Station schlenderten wir zum Market Place, einem großen Kaufhaus, und von da aus nach Chinatown, wo wir uns ein fürstliches Abendessen gönnten. Dann fuhren wir zu unserem Hotel nach Kings Cross, wo wir uns am Abend wieder treffen wollten.Zusammen fuhren wir dann zum Hard Rock Café in die City. Hier herrschte, wer hätte etwas anderes erwartet, eine Bombenstimmung und es war kein Tisch mehr zu bekommen. Da wir aber sowieso schon gegessen hatten, setzten wir uns nur auf einen Drink kurz an die Bar. Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir uns in Kings Cross ein wenig die Geschäfte an, die auf unserem Weg lagen und ich fand in einem kleinem Shop einige wunderschöne T-Shirts, wesentlich billiger als in der City.


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