Sechs Wochen lang durch den fünften Kontinent



21. Tag:

Wir gingen am Morgen zum Frühstück zum McDonalds in Kings Cross. Dann checkten wir im Hotel aus und verließen Sydney auf dem Hume Highway. Wir fuhren über Goulbourn ohne weitere Umwege nach Canberra, der Hauptstadt Australiens. Bereits einige Kilometer vor Canberra sahen wir eine Reihe Plakate an der Straße, die für Summernats, eine Art Autorennen, warben. Entsprechend war dann auch viel in der Visitors Information los. Jede Menge Leute, die an diesem Wochenende hier übernachten wollten; es war nahezu unmöglich, hier noch ein Quartier zu kriegen. Also beschlossen wir, uns erst einmal die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Nun hat Canberra aber kein eigentliches Stadtzentrum. Die Stadt wurde von Anfang an sehr weitläufig geplant, mit viel, viel Grün darin . Es ist praktisch so, daß im eigentlichen Zentrum das neue Parlament auf einem Hügel steht, etwas unterhalb davon das alte, wesentlich kleinere (aber schönere) Parlamentsgebäude und etwas abseits davon in einer Art Parkanlage die Thomas Cook Jet Fountain. Eine Art Einkaufsstraße oder Wohnanlagen sucht man hier vergeblich, so etwas gibt es nur in den Vororten. Im eigentlichen Zentrum gibt es nur eine Food Mall, die wir als nächstes aufsuchten, um Mittag zu essen. Allerdings mußten wir feststellen, daß der Begriff Mall weit übertrieben ist. Es war halt eine kleine Ansammlung von Bistros bzw. Ständen, von denen jedoch nur zwei geöffnet waren. Nach dem Essen fuhren wir zur Captain Cook Jet Fountain, und dem New Parliament, welches man auch von innen besichtigen kann. Damit hatten wir aber auch schon die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt abgearbeitet. Wir fuhren noch zum TV-Tower auf dem nahegelegenen Black Mountain und verließen dann, ziemlich enttäuscht von der australischen Hauptstadt, das Australian Capital Territory. Wir fuhren auf kleinen Landstraßen wieder in Richtung Küste und erreichten gegen Abend Batemans Bay, wo wir für $100 eine hübsche Ferienwohnung für vier Personen fanden. Neben zwei Schlafräumen, einem Wohnzimmer mit Küche und einem Badezimmer stand uns auch eine Waschmaschine zur Verfügung. Das nutzten wir sofort aus, besorgten beim Einkaufen ein kleines Päckchen Waschmittel und setzten gleich eine Maschine an. Nun wollten wir uns eigentlich zum Abendessen setzen und anschließend die Reiseroute für die nächsten Tage planen, aber beim Blättern in den Reiseführern lasen wir, daß es in Pebbly Beach, ganz in der Nähe also, einen Strand gäbe, den Känguruhs gern aufsuchen würden, man dort also diese Tiere beobachten könne. Da es bereits zu dämmern begann, wollten wir keine Zeit verlieren und brachen sofort auf. Nach ca. 15 Kilometern Landstraße und weiteren 8 Kilometern Gravelroad kamen wir an dem Strand an. Es gab da einen Zeltplatz und überall standen Schilder, man solle die Känguruhs nicht füttern, aber von diesen Tieren war weit und breit nichts zu sehen. Wir gingen ein Stück in Richtung Strand, wo wir zwei Kaninchen auf einem Stück Wiese entdeckten, aber das war auch schon alles. Auf dem Rückweg zum Auto sahen wir dann auf einmal ein einzelnes Känguruh, das aufgeschreckt in den Wald hopste. Und auf einmal, nur ein Stück weiter oben auf einem Stück Rasen saß da eine ganze Herde beim Grasen und ließ sich von uns überhaupt nicht stören. Auf dem Parkplatz, nahe bei unserem Auto saß dann sogar noch ein einzelnes Tier, dem offensichtlich auch das Scheinwerferlicht nicht viel auszumachen schien, so daß wir es in aller Ruhe fotografieren und filmen konnten. Glücklich und zufrieden fuhren wir zurück zu unserer Ferienwohnung.


22. Tag:

Wir frühstückten in unserer Ferienwohnung, packten die über Nacht getrocknete Wäsche zusammen und verließen Batemans Bay. Wir fuhren den Princes Highway nach Süden, über Lake Entrance nach Phillip-Island, ein ziemlich langes Stück Weg, den wir nur gegen Mittag für eine kurze Rast unterbrachen. Wir hatten uns am Morgen ein paar Brötchen für den Notfall zurechtgemacht, so daß wir nicht auf eine Gaststätte angewiesen waren. Am späten Nachmittag erreichten wir Cowes auf Phillip-Island, wo wir uns ein Motel suchten und anschließend Abendessen gingen. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang fuhren wir zur Pinguinparade. Jeden Abend, kurz nach Sonnenuntergang kommen hier hunderte von Pinguinen an den Strand, wo sie von den vielen Touristen von eigens dafür errichteten Plattformen aus beobachtet werden können. Allerdings war es an diesem Abend recht kühl und es wehte ein auflandiger Wind, so daß uns beim Warten auf die possierlichen Tierchen sehr, sehr kalt wurde. Und die Pinguine ließen sich wirklich Zeit. Immer wieder versammelten sich kleine Gruppen am Strand, liefen aber dann doch wieder ins Wasser und es dauerte ziemlich lange, bevor sich einzelne Gruppen im Gänsemarsch in Bewegung setzten und in Richtung der Dünen watschelten.


23. Tag:

Wir verließen morgens das Motel, frühstückten in einer Bakery und fuhren anschließend zu `The Nobbies`. Hier gab es wieder ein Blowhole, aber auch hier war gerade nicht das Wetter für ein entsprechendes Naturschauspiel. Die Klippen hier sind Brutplätze für die Möwen und entsprechend viele konnte man sitzen sehen; wir hatten sogar Glück und entdeckten ein Nest mit zwei kleinen Küken. Eigentlich kann man auf dem `The Nobbies` vorgelagerten Seal Rock auch Robben beobachten, aber der Weg dahin (der übrigens nur bei Ebbe passierbar ist), war aufgrund der Brutzeit der Möwen gesperrt. Also fuhren wir wieder auf das Festland und weiter nach Melbourne. Dort suchten wir zuerst die Visitors Information auf und erkundigten uns nach einer günstigen Unterkunft. Anschließend gingen wir noch in das Büro des RAV (Automobilclub in Victoria) und besorgten uns einen Stadtplan. Nun fuhren wir zum Georgian Court, der Pension, die wir uns ausgesucht hatten. Sie lag ein klein wenig außerhalb des Zentrums in der Nähe der Fitzroy Gardens und des Tennis Stadions, wo alljährlich im Januar die Australian Open stattfinden. Die Unterkunft gefiel uns sehr gut und so luden wir unser Gepäck aus, stellten das Auto hinterm Haus auf den Parkplatz und machten uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Der Weg führte uns durch die Fitzroy Gardens, vorbei an Captain Cooks Cottage (dem Geburtshaus von Captain Cook, das in York abgetragen und hier wieder aufgebaut wurde) und den Botanic Gardens und nach ca. 20 Minuten waren wir in der City. Wir gingen zu Fast Eddy´s, einer Art Steak-Restaurant, Mittagessen und machten anschließend einen Stadtrundgang . Außerdem fuhren wir mit der kostenlosen historischen Straßenbahn, die auf einer Schleife um das Stadtzentrum fährt, eine Runde. Danach bummelten wir zu Flinders Street Station, zur Town Hall und St. Pauls Cathedral und gingen schließlich wieder zurück zum Hotel. Zum Abendessen gingen wir wieder in die Stadt und schauten mal ins Hard Rock Café. Hier war wesentlich weniger Betrieb als in Sydney (ok, es war auch kein Wochenende) und so bekamen wir problemlos auch einen Tisch. Auf dem Heimweg durch die Fitzroy Gardens liefen uns auf einmal einige Possums über den Weg, die hier offensichtlich lebten. Wir sahen einige Familien, die mit ihren Kindern in den Park kamen, um diese niedlichen Tiere zu füttern und beschlossen, dies am nächsten Abend auch zu tun.


24. Tag:

Nach einem ausgezeichneten, wirklich vielseitigen, Continental Breakfast sind wir mit dem Auto zum Old Melbourne Gaol gefahren. Das ist ein noch erhaltener Teil des alten Gefängnisses der Stadt, in dem seinerzeit Ned Kelly hingerichtet wurde. Danach sind wir zum ANZ-Tower gelaufen, auf dem sich, laut unserem Reiseführer eine Aussichtsplattform befinden sollte. Der Tower war jedoch nur ein Bürogebäude, und es gab keine Aussichtsplattform. Wie sich später herausstellte, war die Angabe in diesem Reiseführer etwas irreführend, jedenfalls haben wir das Auto dann auf einem Parkplatz abgestellt und sind zu den Rialto-Towers gefahren. Dort gibt es neben einem Besucher-Infokino und einer Menge Souvenir-Shops auch eine Etage mit Aussichts-Cafe und so konnten wir Melbourne doch noch von oben sehen. Gegen Mittag sind wir dann in die Suburbs gefahren. Wir hatten gelesen, daß es in den Vororten jede Menge Spezialitätenrestaurants gibt, ja sogar ganze Straßenzüge mit ausschließlich griechischen, italienischen oder türkischen Bewohnern. Wir fanden dann ein kleines griechisches Restaurant, wo wir Mittag aßen und fuhren dann weiter nach St. Kilda. Das ist ein beliebter Vorort am Meer, der eine Strandpromenade hat, einen Vergnügungspark etc. und gern mit Bondi Beach in Sydney verglichen wird. Allerdings ist hier aufgrund dessen, daß in Melbourne immer etwas wechselhafteres Wetter ist, wesentlich weniger los und wir fanden diesen Vergleich reichlich unpassend. Deshalb blieben wir auch nicht so lange hier, sondern fuhren bald wieder zu unserem Guest House, wo wir das Auto abstellten und zu einem Einkaufsbummel in die Stadt gingen. Großartig Abendessen wollten wir an diesem Tag nicht, also gingen wir nur schnell zu Hungry Jack´s (der Aussie-Burger ist wirklich lecker) und anschließend wieder zum Guest House. Nach Einbruch der Dunkelheit spazierten wir noch einmal in die Fitzroy Gardens, um die niedlichen Possums zu füttern und natürlich zu fotografieren. Den Abend beschlossen wir in unserem Zimmer, wo wir uns bei einem Glas Wein die neuesten Szenen unseres Videos ansahen.


25. Tag:

Nach einem wiederum ausgezeichneten Frühstück in unserem Guest House verließen wir Melbourne. Wir fuhren nach Ballarat, wo wir die alte Goldgräberstadt Souvereign Hill besuchten . Hier nahmen wir an einer Führung durch den Hauptstollen einer alten Mine teil, allerdings war dies hier Massentourismus, ganz anders als bei dem Goldgräber in der Dead Horse Gold Mine bei Nundle. Wir sahen uns dann noch Vorführungen an, in denen gezeigt wurde, wie vor langer Zeit Goldbarren gegossen und Münzen geprägt wurden; außerdem versuchten wir unser Glück auf einer uralten Kegelbahn. In Ballarat machten wir einen Stop zum Mittagessen, bevor wir über Colac zur Great Ocean Road weiterfuhren. Dort, an der Küste liegt der Otway National Park, wo wir eine kurze Wanderung machten. Dann fuhren wir weiter bis nach Levers Hill. Wir hatten gelesen, daß es hier ein Motel gäbe, welches von Deutschen geführt würde und daß man da auch gute deutsche Hausmannskost bekäme. Leider war dieses Motel vollständig ausgebucht und unglücklicherweise auch das einzige weit und breit. Wir suchten ein wenig in der Umgebung und fanden einige Farmen, die auch Bed&Breakfast anboten. Aber leider war auch hier alles belegt und wir wurden immer zur nächsten Farm geschickt. Als wir bereits ein ganzes Stück außerhalb von Levers Hill waren, gab uns ein Farmer den Tip, einige Kilometer weiter von der Straße nach rechts abzuzweigen, da gäbe es noch einen Hof, der nicht so direkt an der Straße liegt. Wir fuhren also weiter und fanden den Hof auch bald, wo uns eine Junge Frau die Tür öffnete. Sie hatte auch noch ein Cabin (kleines Gästehaus) frei, ein Stück abseits vom Hauptgebäude. Also fuhren wir mit ihr dahin und sahen uns das ganze an. Als wir uns untereinander ein wenig berieten, fragte uns die Frau auf einmal mit einem schweizer Akzent: "Ach, sprechen Sie Deutsch? Das ist dann auch einfacher für mich..." Wir kamen ein wenig ins Gespräch und sie erzählte uns, daß sie und Ihr Mann die Farm gekauft hätten und erst seit einem halben Jahr hier leben würden. Die Ferienwohnung koste $ 25 pro Person und zum Frühstück könnten wir hinauf ins Haus kommen. Abgesehen davon, daß es das einzige war, was noch frei war, gefiel es uns eigentlich ganz gut und der Preis war auch ok. Also nahmen wir die Unterkunft und fuhren anschließend zurück nach Levers Hill, um im Road House Abendbrot zu essen (die Pizza dort war ganz vorzüglich). Anschließend wanderten wir noch zum Melba Gully, einem kleinen Tümpel in der Nähe, wo es auch Schnabeltiere geben sollte. Der Wanderweg dahin war wunderschön, aber von den scheuen Schnabeltieren bekamen wir keins zu Gesicht. Den Rest des Abends verbrachten wir in unserem Ferienhaus, wo wir die nächsten Tage planten. Sehr lang blieben wir aber nicht mehr auf, denn es wurde empfindlich kühl und eine Heizung gab es leider nicht...


26. Tag:

Als wir am Morgen aufstanden, war es derart kalt, daß wir zum ersten mal in diesem Urlaub lange Hosen und Pullover aus dem Gepäck hervorholten. Wir fuhren hinauf zum Farmhaus, wo uns bereits das Frühstück erwartete. Nach einem kurzen Schwätzchen mit der Frau des Hauses brachen wir auf, immerhin standen heute jede Menge Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Zuerst fuhren wir zum Moonlight Head und liefen hinunter zu Wreck Beach. Hier sollte es Schiffswracks zu sehen geben, aber alles, was wir fanden, waren zwei große verrostete Anker. Wir setzten unsere Fahrt entlang der Great Ocean Road fort: Wind und Wellen haben hier an der Küste bizarre Formationen geschaffen. Am bekanntesten sind sicher die "12 Apostel", einige frei im Wasser stehende, große Felsblöcke. Wir sahen uns auch noch Loch Ard (wo es auch zwei Höhlen gab), den Sentinel Rock, The Arch und natürlich die London Bridge an. Dabei verging die Zeit recht schnell und so war es bereits Nachmittag, als wir diesen grandiosen Teil der Küste verließen und nach Warnambool weiterfuhren. Hier suchten wir uns zunächst ein Motel und fanden schließlich sogar eins, das einen Pool, einen Whirlpool und ein Barbecue-Area hatte und trotzdem gar nicht teuer war. Wir beschlossen, am Abend zu grillen und fuhren deshalb erst einmal Einkaufen. Mit einigen saftigen Steaks, Steaksauce und Salat kamen wir zurück und machten es uns am Grill bequem. Nach diesem deftigen Abendessen gingen wir noch einmal kurz in den Pool und fuhren dann zum Tower Hill Reservat. Das ist eine kleine Halbinsel in einem Bergsee (war vor langer Zeit mal ein Vulkan), wo es eine sehr vielfältige Tierwelt gibt. Gleich an der Zufahrt zur Halbinsel wurden wir von ein paar Känguruhs begrüßt, die dort grasten. Wir stellten unser Auto in der Nähe des Visitors Centers ab, das natürlich bereits geschlossen war. Aber dadurch gab es auch nicht so viele Touristen und wir sahen einige Emus und noch ein paar Känguruhs, die sogar Junge im Beutel hatten. Inzwischen war es bereits dunkel geworden, wir wanderten aber noch ein ganzes Stückchen, in der Hoffnung, vielleicht noch einen Wombat oder einen Echidna zu sehen. Aber so viel Glück hatten wir leider nicht und so fuhren wir dann wieder zurück zum Motel. Da wir in den nächsten Tagen von Adelaide aus einen Abstecher nach Kangaroo Island machen wollten, erkundigten wir uns noch, inwiefern es notwendig war, Fähre und Hotel vorzubuchen. Unsere Wirtin erklärte uns, daß die Plätze auf der Fähre sehr knapp seien und man diese unbedingt im Voraus buchen sollte, dann kann man sich um ein Hotel auf Kangaroo Island kümmern. Wir versuchten gleich noch, bei Sealink telefonisch Plätze für die Fähre zu reservieren, hatten aber stets nur ein Tonband am anderen Ende der Leitung.


27. Tag:

Wir frühstückten in unserem Hotelzimmer und verließen dann Warnambool. Auf dem Princes Highway fuhren wir über Port Fairy und Portland, vorbei an einigen ausgedehnten Salzseen nach Adelaide. Unterwegs erreichten wir mit dem Funktelefon sogar die Sealink-Zentrale und reservierten Plätze für die Überfahrt nach Kangaroo Island. Ansonsten gab es keinerlei große Highlights auf dieser ziemlich ermüdenden Fahrt und so schliefen auch die meiste Zeit alle, außer dem Fahrer natürlich. Kurz vor Adelaide begannen wir, uns in dem Acommodation Guide, den wir im `Old Heidelberg` bekommen hatten, eine Unterkunft herauszusuchen und fuhren gleich ganz zielgerichtet dorthin. Wir hatten Glück, es waren gerade zwei Zimmer frei geworden und so haben wir diese gebucht und sind dann zum Einkaufen in die Stadt gefahren. Am Abend setzten wir uns an den Pool und rückten dann zum Essen einfach hinüber an den Grill. Den Rest des Abends haben wir uns einfach nur ausgeruht, denn wir waren alle ziemlich müde und zu keinerlei größeren Aktivitäten mehr fähig. Wir spielten noch ein bißchen Billard im Hotel, planten die nächsten Tage voraus und buchten telefonisch zwei Hotelzimmer in Kingscote auf Kangaroo Island.


28. Tag:

Nach unserem Continental Braekfast im Hotel fuhren wir mit dem Auto in das Stadtzentrum, stellten es in einem Parkhaus ab und machten einen Stadtrundgang . Adelaide hat ein wundervolles Zentrum mit vielen historischen Gebäuden und nur wenigen Hochhäusern. Der Stadtplaner hat Adelaide einst so angelegt, daß um das eigentliche Zentrum herum ein grüner Gürtel existiert und sich außerhalb die Vorstädte anschließen. So konnte im Zentrum nicht allzu viel neues gebaut werden, was wir als sehr angenehm empfanden. Wir machten einen kurzen Einkauf in der Rundle Mall sowie einen Abstecher in die Botanic Gardens und gingen dann zum Mittagessen zu Pizza Hut...all you can eat. Danach gingen wir zurück zu unserem Auto, kauften im nahegelegenen Supermarkt noch etwas zum abends Grillen ein und brachten dies ins Hotel. Anschließend fuhren wir nach Glenelg, einem Vorort von Adelaide am Strand, im Prinzip vergleichbar mit St. Kilda in Melbourne, nur viel viel schöner, jedoch nicht so hektisch wie Bondi Beach in Sydney. Es gab hier einen wunderschönen Sandstrand, jede Menge Restaurants und Kneipen und einen kleinen Vergnügungspark mit einer großen Wasserrutschen-Anlage. Die probierten wir natürlich aus. Es gab insgesamt vier verschiedene Bahnen, die unterschiedlich lang waren und in denen man unterschiedliche Geschwindigkeiten erreichte. Bei einer Bahn schienen mir zwei Kurven sogar etwas knapp ausgebaut, aber es hat einen Riesenspaß gemacht. Wir sind dann noch zum Montefiore Hill Lookout gefahren, von dem man einen wundervollen Ausblick über Adelaide und die Suburbs hat. Zum Abendessen haben wir uns wieder an den Grill gesetzt und uns einen gemütlichen Abend gemacht.


29. Tag:

Für diesen Tag hatten wir die Fähre nach Kangaroo Island gebucht. Die ging um 15 Uhr ab Cape Jervis, also hatten wir noch den ganzen Vormittag Zeit. Wir sind auf die Fleurieu Peninsula in das Mc Laren Vale, eines der Weinanbaugebiete Südaustraliens, gefahren. Bis zum Mittag haben wir, wie schon im Hunter Valley, in mehreren Wineries verschiedene Weine probiert. Dann fuhren wir weiter bis Jervis Bay, wo wir Mittagessen wollten. Außer der Anlegestelle für die Fähre gab es hier allerdings nicht allzu viel. Ein Hotel noch und eine Tankstelle, also beschlossen wir, im Hotel etwas zu essen. Gegen 14 Uhr stellten wir uns dann mit in die Reihe der wartenden Autos. Als die Fähre kam, begann eine absolute Präzisionsarbeit, immerhin paßten auf eine recht kleine Stellfläche 28 Fahrzeuge, teilweise mit Anhänger. Die Überfahrt dauerte ca. 2 Stunden. Auf der Insel angekommen, fuhren wir zuerst beim Visitors Center vorbei, aber das war bereits geschlossen. Also fuhren wir bis Kingscote, wo wir auch gleich unser Hotel fanden. Wir fuhren kurz eine Runde durch die Stadt, um uns mal ein bißchen umzusehen und beschlossen dann, zum Dinner in unser Hotel zu gehen. Aber eigentlich wollten wir auch noch nach Seal Bay, wo man bei einer Strandführung Seelöwen sehen konnte. Also fragten wir die Kellnerin, wie lange man dahin brauchen würde und wann die letzte Tour geht. Das Mädel war wirklich nett und rief auch gleich dort an. Leider war bis zur letzten Führung nur noch eine Viertelstunde Zeit, man braucht aber mit dem Auto ca. 2 Stunden bis dahin. Also konnten wir uns ausreichend Zeit für das Abendessen nehmen. Wir scherzten noch ein bißchen mit der netten Kellnerin und fragten sie schließlich, ob sie wüßte, wo man Schnabeltiere sehen könnte; wir hatten darüber etwas gelesen. Sie rief gleich wieder bei verschiedenen Informationsdiensten an, konnte aber nichts genaues erfahren. Eine andere Kellnerin, die sie daraufhin fragte, konnte es uns aber ganz genau erklären. Allerdings müsse man da bereits vor Sonnenaufgang ankommen und mit dem Auto seien es etwa 2 1/2 Stunden. Außerdem gab sie uns noch Tips, wo man Koalas und Pinguine beobachten könnte. Also fuhren wir nach dem Abendessen (übrigens das mit Abstand beste Steak unseres Urlaubs) noch einmal los, um Koalas zu beobachten. In einem kleinen Eukalyptus-Wäldchen, nahe an der Straße, haben wir dann auf einigen Bäumen Koalas sitzen sehen. Anschließend sind wir zurück nach Kingscote gefahren, wo in der Nähe der Mole Pinguine ihre Nester haben. Als wir da ankamen, war es bereits dunkel und es war gerade eine geführte Tour unterwegs zu den Pinguin-Nestern. Als wir dieser Führung einfach hinterher liefen, war der Ranger davon gar nicht so begeistert und gab uns zu verstehen, daß alle anderen dafür bezahlt hätten. Also fuhren wir zurück zum Hotel, schließlich hatten wir bereits auf Phillip Island jede Menge Pinguine gesehen. Wir gingen dann auch gleich zu Bett, denn am nächsten Morgen wollten wir in aller Frühe aufstehen.


30. Tag:

Gegen 2.15 Uhr sind wir aufgestanden und haben auf unserem Zimmer gefrühstückt. Das Hotelpersonal war so freundlich und hatte uns, auf unsere Bitte hin, das Frühstück bereits am Abend zuvor in den Kühlschrank gestellt, sonst hätten wir hungrig losfahren müssen. So ca. 3 Uhr packten wir unsere Sachen in das Auto und es ging los in Richtung Flinders Chase National Park. Unterwegs sahen wir an der Straße immer wieder Possums, Känguruhs und Wallabies und wir mußten sehr vorsichtig sein, um nicht irgendwelche Tiere zu überfahren. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Ranger Station, wo um diese Zeit natürlich noch nichts los war. Wir schnappten uns unsere Taschenlampen und wanderten los. Unterwegs sahen wir jede Menge Känguruhs und eine Koala-Mutter, die mit ihrem Jungen auf dem Rücken einen Baum hinaufkletterte. Nach einer Weile erreichten wir den Tümpel, wo es Schnabeltiere geben sollte. Wir fanden eine Tafel, auf der einiges über diese scheuen Tiere stand, und daß man wort- und bewegungslos am Ufer sitzen müsse, um in den frühen Morgenstunden möglicherweise eins zu Gesicht zu bekommen. Wir setzten uns also an das Ufer und warteten. Recht oft konnte man kleine kreisförmige Wellen auf dem Wasser sehen, was auf tauchende Schnabeltiere schließen ließ. Aber wir mußten über 1 1/2 Stunden warten, bis wirklich mal eines für fünf Sekunden den Kopf herausstreckte, als es in Ufernähe vorbeischwamm. Inzwischen war die Sonne aufgegangen und wir liefen zurück zur Ranger Station. Wir konnten wieder einige Känguruhs beim Grasen beobachten und auch die Koalas waren noch auf dem Baum, auf dem wir sie hinzu gesehen hatten; der kleine klammerte sich am Stamm fest, während die Mutter auf einem Ast saß und sich voller Eukalyptusblätter stopfte. Wir fuhren dann am Visitors Center vorbei, wo sich eigentlich alle Besucher melden und eine Park-Eintritts-Gebühr bezahlen sollten. Aber noch war da niemand zu sehen, also konnten wir einfach weiter fahren...einer der Vorteile, wenn man so früh dort ankommt. Wir fuhren auf einer Schotterstraße zum Admirals Arch, wo wir einige Pelzrobben beobachten konnten. Von da aus ging es weiter zu den Remarkable Rocks. Diese großen Felsen sind wirklich bemerkenswert, weil sie durch Wind und Wasser stark ausgewaschen, ja teilweise fast ausgehöhlt sind. Dann fuhren wir zur Seal Bay und folgten einer Tour an den Strand, wo es Seelöwen gab. Es wurde uns erklärt, daß dies keine Robben seien, wie man an ihrer hellen, fellosen Haut auch sehen konnte. Weltweit gibt es nur etwa 12000 Exemplare, allein 5000 davon hier in Südaustralien. Anschließend fuhren wir in Richtung Penneshaw, machten unterwegs aber noch einen Abstecher zu den Kelly Hill Caves. In Penneshaw aßen wir Mittag und warteten dann auf unsere Fähre nach Cape Jervis. Nach der Überfahrt fuhren wir nach Glenelg, wo wir uns ein Motel für die nächsten Tage suchten. Zum Abendessen gingen wir nur kurz zu KFC und nach einem kurzen Bad im Pool und im Whirlpool beendeten wir diesen langen, anstrengenden Tag und gingen schlafen.


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