Sechs Wochen lang durch den fünften Kontinent
31. Tag:
Nach dem Aufstehen sind wir zuerst einmal in den Supermarkt zum Einkaufen gefahren und dann wieder zurück, um in unserem Hotelzimmer zu Frühstücken. Anschließend fuhren wir, vorbei an einigen Badestränden, nach Port Adelaide. Neben dem großen Frachthafen gibt es hier ein sehr schönes historisches Stadtzentrum. Wir sind zuerst zum Visitors Center gefahren, um uns einen Überblick über Port Adelaide zu verschaffen und haben dann einen kleinen Rundgang gemacht. Aber außerhalb der Saison scheint hier nicht sehr viel los zu sein, und so fuhren wir recht bald weiter. Unser nächstes Ziel war der Mount Lofty Summit Lookout, ein Aussichtspunkt mit einem Café und einem Turm, von wo man einen großartigen Blick über das gesamte Gebiet von Adelaide und den Suburbs hat. Allerdings hätten wir den Aussichtspunkt beinahe nicht erreicht; ich hatte zwar bereits am Morgen gesehen, daß wir bald tanken mußten, es aber unterwegs wieder vergessen. Und so erreichten wir eine Tankstelle am Fuße des Mount Lofty mit dem sprichwörtlichen letzten Tropfen (in den, laut Fahrzeugbeschreibung 70 Liter Benzin fassenden Tank gingen gut 86 Liter hinein...). Zum Mittagessen sind wir wieder ins Zentrum von Adelaide gefahren. In der Rundle Mall, der Haupteinkaufsstraße der Stadt, kehrten wir dann bei einem Griechen ein. Nach dem Essen haben wir uns dann getrennt, um ein bißchen einkaufen zu gehen. Dabei haben wir in Myers Kaufhaus eine Achterbahn entdeckt, die im obersten Stockwerk fuhr. Außerdem gab es da noch eine Reihe Karussells - ein richtiger kleiner Rummelplatz in einem Kaufhaus. Wir gingen noch ein paar Souvenirs kaufen und gingen dann zum vereinbarten Ort, wo wir uns wieder treffen wollten. Karsten und Christina beschlossen, mit der historischen Straßenbahn nach
Glenelg zu fahren, und so konnten Doreen und ich das Auto nehmen und nach Reynella, einem kleinen Vorort südlich von Adelaide, fahren. Ich wollte mich da mit ein paar Leuten treffen, die sich, wie ich auch, mit dem Commodore 64 beschäftigen und hatte ihnen bereits per e-mail mitgeteilt, daß ich um diese Zeit in Adelaide sei und mal zu einem Abstecher vorbei kommen würde. Es war auch gar nicht schwer, das Haus der Gassons zu finden, wo wir gleich herzlich begrüßt wurden. Wir unterhielten uns immerhin eine Stunde bei einer Tasse Kaffee und konnten einige Neuigkeiten und Erfahrungen austauschen. Außerdem kaufte ich mir noch das Buch "The Internet for C64/128 Users", welches von Gaelyne Gasson geschrieben wurde und das weltweit einzige Internet-Buch für den C64 ist. Anschließend sind wir wieder zurück zu unserem Hotel gefahren, wo wir uns wieder mit den anderen beiden trafen. Wir spazierten dann ein wenig durch Glenelg und gingen zum Abendessen zu Fasta Pasta, wo man ganz ausgezeichnet essen kann und für wenig Geld wirklich viel bekommt. Danach sind wir am (sehr belebten) Strand nach Hause geschlendert, wo wir uns noch bei dem einen oder anderen Glas Wein zusammensetzten.
32. Tag:
Wir frühstückten wieder im Hotel und haben anschließend einen kleinen Einkaufsbummel in Glenelg gemacht. Anschließend sind wir in das Barossa Valley, neben dem Hunter Valley eines der größten und bekanntesten Weinanbaugebiete Australiens, nördlich von Adelaide, gefahren. Hier probierten wir wieder bis zum Mittag jede Menge Wein in verschiedenen Wineries, bis wir der Meinung waren, daß wir zwischendurch auch wieder mal etwas essen müßten. Also suchten wir nach einer schönen Gaststätte. Die erste, die wir fanden, gefiel uns nicht so recht, und so fuhren wir weiter. In Tanunda fanden wir dann das Café Heidelberg, das von Heinz und Doreen Baumert geführt wird. Heinz war ehemaliger Freitaler und sichtlich erfreut, mal wieder jemanden aus seiner Heimat zu treffen. Er erzählte erst mal eine Viertelstunde mit uns, bevor er auf die Idee kam, uns zu fragen, was wir denn essen wollten. Nachdem er die Bestellung aufgenommen hatte (wir waren natürlich begeistert von der vielfältigen Deutschen Küche hier mitten in Australien und bestellten daher auch Schlachteplatte und Doreens Special: Cordon Bleu), kam er mit einer Flasche Wein wieder, die er uns spendierte. Ab und zu mußte er sich natürlich auch um andere Gäste kümmern, aber es gab immer wieder genug Zeit zwischendurch zu einem Plausch. Er schilderte uns, wie er damals die DDR verlassen hatte, was er seitdem so getan hatte und wie er nach Australien kam. Wir erzählten noch eine ganze Menge, Heinz brachte zwischendurch noch in paar Gläser Portwein zum probieren und zeigte uns einen Artikel in einem ADAC-Reise-Special über Australien, in dem auch von ihm und seiner tollen Gaststätte die Rede war. Nach dem Essen (das übrigens absolut spitze war) lernten wir seine Familie kennen und erzählten noch ein bißchen. Aus dem kurzen Stop zum Mittagessen wurden schließlich knapp drei Stunden. Als wir zum Abschied ein paar
Fotos machten, drückte er uns noch ein riesiges Stück Bienenstich in die Hand...für später, zum Kaffeetrinken. Nach diesem tollen Erlebnis hatten wir nicht mehr die rechte Lust, noch mehr Wein zu probieren. So fuhren wir nur noch zu Seppeltsfield, dem ältesten Weingut im Barossa Valley und anschließend zurück nach Glenelg. Hier gingen wir zuerst in den Pool und kochten anschließend in unserem Zimmer Kaffee, zu dem wir den vorzüglichen Kuchen vernaschten. Danach packten wir langsam unsere Taschen zusammen, denn am nächsten Tag ging die Reise per Flugzeug weiter nach Alice Springs. Zum Abendessen gingen wir wieder zu Fasta Pasta und den übrigen Abend verbrachten wir im Hotel, wo wir den Rest unseres großen Wein-Packs leerten.
33. Tag:
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Flughafen, wo wir unseren Mietwagen abgaben und anschließend das Flugzeug nach Alice Springs bestiegen. Dort angekommen, ließen wir uns vom Shuttlebus bei der Autovermietung Brits Australia absetzen, wo wir unsere beiden Bushcamper in Empfang nahmen. Diese Fahrzeuge hatten zwei 90-Liter-Tanks, zuschaltbaren Allradantrieb, einen Camping-Aufbau, Kocher, Geschirr und Dusche, so daß wir in den nächsten Tagen auch abseits der befestigten Straßen fuhren konnten und abends nicht nach einer Unterkunft suchen mußten. Zu Mittag gingen wir zu Pizza Hut zum `All you can eat`; danach kauften wir ein, was wir so für die nächsten Tage brauchten. Im Visitors Center erfuhren wir, daß das Finke Gorge aufgrund der extremen Hitze gesperrt war, nur die Zufahrt bis zum Palm Valley war befahrbar. Wir kauften einen Permit für die Mereenie Loop und verließen anschließend Alice Springs. Zuerst ging es ein Stück den Stuart Highway nach Süden, bis die
Straße in Richtung Hermansburg abzweigte. Ab hier stand nur noch ein schmaler Asphaltstreifen zur Verfügung und auch dieser war bald zu Ende. Am Abzweig zum Finke Gorge waren gerade Road Constructions, das heißt der rote Staub wurde etwas umverteilt, um einige große Löcher in der sogenannten Straße zu schließen. Das Finke Gorge ist das ausgetrocknete Flußbett des Finke Rivers, eine Straße sucht man hier vergeblich. Nur ein paar Reifenspuren von Fahrzeugen, die vor uns hier lang gefahren sind, markieren den Weg. Es ging abwechselnd über grobes Geröll, durch feinen Sand und über kleinere Felsplateaus, schnell kam man dabei auf keinen Fall vorwärts. Doch der Weg, der in das Palm Valley führte, hielt noch ganz andere Tücken bereit: Gräben, Felsbrocken und ab und zu ein kleiner Wasserlauf. Ohne Allradantrieb und genügend Bodenfreiheit gäbe es hier kein Durchkommen, für 14 Kilometer brauchten wir immerhin ca. eine Stunde. Endlich im Palm Valley angekommen, entschieden wir uns für die kürzere der beiden ausgeschriebenen Wanderrouten
, denn obwohl es schon spät am Nachmittag war, herrschte noch eine außerordentliche Hitze. Das Tal trägt seinen Namen völlig zu Recht. Mitten im Outback gibt es hier einige Palmenhaine, die, wenn es einmal richtig geregnet hat, wohl noch schöner aussehen. Weniger schön waren die Unmengen von Fliegen, die sich sofort auf uns stürzten und uns während der gesamten Wanderung begleiteten. Zum Sonnenuntergang fuhren wir ein Stück zurück zu einem Aussichtspunkt, wo wir eine Reisegruppe trafen, die seit Anfang Dezember in Australien unterwegs war, etwa die gleiche Route wie wir gefahren ist und noch bis Anfang Februar Zeit hatte. Anschließend fuhren wir auf einen, in der Nähe befindlichen Zeltplatz, aßen Abendbrot vor unseren Bushcampern und legten uns dann schlafen. Es wurde jedoch eine sehr unruhige Nacht, da es sich kaum abkühlte und es viel zu warm in den Bushcampern war.
34. Tag:
Gegen 5.30 Uhr standen wir auf; an Schlaf war sowieso nicht mehr zu denken. Wir duschten kurz und frühstückten dann im Bushcamper, denn mit den ersten Sonnenstrahlen waren auch sofort die Fliegen wieder da. Dann fuhren wir das Stück, was wir gestern durch das Finke Gorge gefahren waren, wieder zurück auf die
Gravelroad. Auf dieser ging es dann weiter bis zum Kings Canyon Resort, wo wir gegen 10.30 Uhr eintrafen. Wir stellten die Autos auf den Zeltplatz und verbrachten die nächsten zwei Stunden im Pool, für jegliche andere Aktivitäten war es viel zu heiß. Zum Mittagessen gingen wir in das Café, wo wir überraschend preiswert ein zwar einfaches, aber gutes Essen bekamen. Danach gingen wir wiederum zwei Stunden in den Pool, wo sich überhaupt der Großteil der Leute zu dieser Tageszeit aufzuhalten schien. Woran wir nicht dachten war, daß die Schultern die ganze Zeit aus dem Wasser schauten und so waren diese natürlich am Nachmittag total verbrannt... Wir fuhren zum Kings Canyon und liefen den kurzen Walking Track
(ca. 30 Minuten) in den Canyon hinein. Dabei machten uns die Hitze und die vielen Fliegen sehr zu schaffen und so waren wir froh als wir wieder im Auto und kurze Zeit später im Pool saßen, von wo aus man einen herrlichen Blick auf den, im Licht der untergehenden Sonne rot erglühenden, Kings Canyon hatte. Zum Abendessen setzten wir uns wieder hinter die Autos und gingen anschließend wieder zum Pool (dem einzigen Platz in der Umgebung, wo es auszuhalten war), wo wir bis ca. 22 Uhr blieben. Auch in dieser Nacht war es wieder sehr warm, daher drehten wir diesmal die Fahrzeuge in die Windrichtung und ließen nachts die hinteren Türen offen.
35. Tag:
Wir standen ca. 4.30 Uhr auf, frühstückten im Bushcamper und fuhren zum Kings Canyon. Etwa 5.30 Uhr begannen wir mit dem extrem steilen Aufstieg zum großen Walking Track rund um den Canyon. Selbst unter normalen Umständen wäre dies eine Tortour gewesen, aber bei dieser Hitze war es eigentlich Wahnsinn, daher waren wir so zeitig wie möglich aufgebrochen und hatten auch viel Trinkwasser mitgenommen. Allmählich wurde es hell und damit kamen auch die Fliegen. Nach etwa 15 Minuten waren wir oben angekommen und mußten erst ein mal eine Zwangspause einlegen, da ein Filmteam hier oben den Sonnenaufgang für Aufnahmen zu einen Sydney-2000-Werbefilm nutzen wollte. Wir wanderten weiter, immer am Kamm entlang, von wo aus man immer wieder phantastische Aussichten
genießen konnte. Ein kleiner Abstecher vom Hauptweg führte uns in den Garden of Eden, wo es Wasser und eine Reihe Palmen gab. Den Wasserfall, den es hier außerdem noch geben sollte, sahen wir allerdings nicht; den gab es aufgrund der Trockenheit ganz einfach nicht. Wir gingen zurück zum Hauptweg, der uns zum Abstieg führte. Dort trafen wir wieder die Reisegruppe, die uns schon im Palm Valley und auch am Vorabend im Kings Canyon begegnet war, und die jetzt den Weg um den Canyon in der anderen Richtung begannen. Wir fuhren zurück zum Zeltplatz, gingen noch einmal in den Pool und fuhren dann in Richtung Lasseter Highway. Auf diesem gelangten wir, vorbei am Mount Conner und dem Curtain Springs Roadhouse, zum Ayers Rock Resort. Dort gingen wir zunächst in das Visitors Center. Wir erfuhren, daß der Park morgens um 5 Uhr geöffnet wird, der Aufstieg zum Uluru bei extremer Hitze jedoch um 8 Uhr aus Sicherheitsgründen bereits wieder geschlossen wird. Außerdem konnten wir schon auf einigen Bildern den Aufstieg sehen, der an der Westseite des Berges sehr steil nach oben führt und außer einer Kette am steilsten Stück in keinster Weise ausgebaut oder abgesichert ist. Wir waren uns einig, daß wir für diese Tour bei bester Kondition sein sollten, was wir aber nach einer weiteren derart warmen Nacht in unserem Bushcamper mit Sicherheit nicht wären. Also beschlossen wir, uns für diese Nacht ein Zimmer mit Klimaanlage zu mieten. Zunächst jedoch gingen wir in Geckos Café zum Mittagessen. Danach fuhren wir zum Zeltplatz, mieteten ein Cabin mit zwei Schlafräumen und gingen anschließend in den Pool, der glücklicherweise zum Teil überdacht war. Dann geschah etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Urplötzlich zogen tiefschwarze Wolken auf und es begann erst leicht zu regnen und dann zu stürmen und zu gewittern. Wir sprangen schnell ins Auto und düsten zum Uluru, um dieses Schauspiel mittendrin zu erleben. Hier war der Himmel wirklich tiefschwarz und es regnete sehr heftig. Nach einer Weile hörte der Regen auf und wir fuhren zur Westseite des Berges, um uns den Aufstieg schon mal aus nächster Nähe anzusehen. Dort sahen wir ein Känguruh, welches auf dem glatten Felsen umherhüpfte. Wir fuhren auf der Straße eine Runde um den Uluru herum und machten dabei einige Abstecher zum Berg, um uns Felszeichnungen anzusehen und die Dingos zu beobachten, die hier und da umherliefen. Zum Sonnenuntergang fuhren wir zum Sunset Point. Hier standen schon eine ganze Menge Touristen, um dieses Schauspiel zu beobachten. Wenn die Sonne immer tiefer sinkt, verändert der
Uluru seine Farbe von braun über rosa und tiefes orange-rot bis hin zu grau. Durch die immer tiefer stehende Sonne werden Schatten, die von kleineren und größeren Felsspalten geworfen werden, immer länger, so daß der Berg von Minute zu Minute anders aussieht. Dann fuhren wir wieder zurück zum Zeltplatz, aßen Abendbrot in unserem Cabin und gingen zeitig schlafen...
36. Tag:
Um 3.30 Uhr sind wir aufgestanden, haben gefrühstückt und unsere Taschen gepackt und waren pünktlich um 5 Uhr zur Parköffnung am Eingang. Wir sind gleich zum Uluru gefahren, aber der Ranger kam erst kurz vor Sonnenaufgang (gegen 6 Uhr) um den Aufstieg freizugeben. Wir haben von Anfang an nicht versucht, den Berg in Rekordzeit zu erklimmen, sondern viele kleine Pausen gemacht. Nach dem
ersten Teilstück, da wo die Kette zum Festhalten zu Ende war, wurde es auf einmal sehr windig; so sehr, daß es sogar Leute gab, die nicht weiter gegangen sind. Nachdem wir ein schmales Stück Grat überwunden hatten, ging es eigentlich ohne Probleme weiter; der Wind hatte sogar etwas gutes: Es gab keine Fliegen... Der Weg nach oben war ca. 1,6 Kilometer lang, aber man verschätzt sich immer wieder, weil man nie den gesamten Weg einsehen kann. Nach ca. einer Stunde hatten wir es dann geschafft. Wir standen oben im gleißenden Licht der gerade aufgegangenen Sonne und genossen den herrlichen Ausblick auf die umliegende Landschaft und die im Westen sichtbare Silhouette der Olgas. Nach einer Weile kraxelten wir wieder hinab, wobei wir uns am steilsten Stück zum Teil rückwärts an der Kette herunterhangelten. Kurz nach acht Uhr waren wir wieder unten, die Sonne kam gerade hinter dem Uluru hervor und der Aufstieg war bereits geschlossen. Jetzt wehte auch kein Wind mehr und so spürte man sofort wieder die unglaubliche Hitze. Wir fuhren zu den
Olgas und folgten dort dem 7 Kilometer langen Walking Track durch das
Valley of the Winds. In dem Tal herrschten derartige Temperaturen, daß wir recht oft nach einem schattigen Plätzchen suchten, um einige Minuten zu rasten und ein wenig zu trinken. Gegen 11.20 Uhr hatten wir diesen wunderschönen, aber unglaublich anstrengenden Walk geschafft. Auch dieser Weg war inzwischen wegen extremer Temperaturen gesperrt und der Ranger empfing uns mit einem Fragebogen (woher wir kämen, ob wir genügend Wasser mitgehabt hätten, über was für andere Sicherheitsmaßnahmen, wie Sonnencreme, feste Schuhe etc. wir gelesen hätten). Er erzählte uns, daß der gestrige Regen seit langem der erste war und es sich dadurch ein klein wenig abgekühlt hätte (vielleicht nur 3-4 Grad, aber selbst dafür waren wir sehr dankbar). Wir fuhren zurück zum Ayers Rock Resort und machten unterwegs Stop an einigen Aussichtspunkten. Wieder zurück auf dem Zeltplatz sprangen wir noch einmal in den Pool, gingen dann zum Mittagessen in die Pioneers Kitchen (die Burger with the lot waren einsame Spitze) und machten uns dann wieder auf den Weg nach Alice Springs. Diesmal nahmen wir nicht wieder die
Gravel Road, vorbei am Kings Canyon, sondern folgten dem Lasseter Highway bis zum Stuart Highway und fuhren diesen dann weiter in Richtung Norden. Allerdings mußten wir während der letzten 300 Kilometer auf die Klimaanlage verzichten, die streikte nämlich seit dem Abzweig zum Kings Canyon. Wir machten noch einen Abstecher zu einem Meteor Krater und trafen gegen 20 Uhr in Alice Springs ein. Zuerst wollten wir zum Flughafen, um unseren Flug nach Darwin zu bestätigen, aber da war bereits alles geschlossen. Also fuhren wir in die Stadt, kauften noch ein bißchen ein und suchten uns dann einen Zeltplatz. Zum Abendessen setzten wir uns ans Barbeque-Area, und als hier um 22 Uhr das Licht ausging, gingen wir schlafen. Auch diesmal ließen wir die hinteren Türen des Bushcampers auf und so wurde die Nacht eigentlich ganz erträglich.
37. Tag:
Nach dem Frühstück auf dem Campground sind wir zum Flughafen gefahren, haben unseren Flug rückbestätigt und uns nach Mietautos in Darwin erkundigt. Danach fuhren wir zu Brits Australia wegen der Klimaanlage. Einer der Angestellten schaute sich das Auto auch gleich einmal an und fand einen gerissenen Keilriemen. Nachdem er den ersetzt hatte, lief die Klimaanlage wieder. Wir fuhren noch einmal zum Flughafen und reservierten bei AVIS einen Allrad-Geländewagen in Darwin, der für uns vier und das Gepäck groß genug war. Dann fuhren wir zum Mittagessen zu Hungry Jack´s. Anschließend fuhren wir in die östlichen Mac Donald Ranges in den Ruby Gap Nature Park. In Arltunga gab es eine Ranger Station, wo man sich abmelden sollte, wenn man mit dem Allrader weiter fahren wollte. Wir taten dies und es erwartete uns ein phantastischer
4WD-Track. Es ging über Stock und Stein, durch Sand und Staub, durch Wasserlöcher und kleine Flußläufe. Bei der Durchfahrt durch ein kleines Flüßchen wühlten sich die Räder unseres Autos derart ein, daß wir selbst mit Allradantrieb und Differentialsperre nicht wieder frei kamen. Da half nur, mit den Händen die Räder wieder frei zu graben
, einige Steine aus dem Flußbett darunter zu legen und das Auto rückwärts wieder herausmanövrieren. An einer etwas steinigeren Stelle kamen wir dann doch noch hinüber. Aber einige Kilometer weiter hatte ein Flußarm so viel Sand angeschwemmt, daß wir diese Durchfahrt nicht riskieren wollten. Also drehten wir an dieser Stelle, etwa 4 Kilometer vorm Ruby Gap, wieder um. Trotz allem war es eine wundervolle, abenteuerliche Fahrt
. Wir kamen etwa eine halbe Stunde nach Schließung der Ranger Station wieder in Arltunga an, aber der Ranger war noch da, und so konnten wir uns auch noch zurückmelden. Wir erfuhren, daß wir sowieso nicht viel weiter gekommen wären, denn noch ein Stückchen weiter hätte der Fluß den Track total überflutet, da wäre auch für erfahrene Allrad-Fahrer Schluß gewesen. Wir fuhren zurück nach Alice Springs, machten unterwegs noch einen kleinen Abstecher in die Emily Gap und fuhren zum Abendessen zu Pizza Hut...`All you can eat`, natürlich. Danach stellten wir unsere Bushcamper wieder auf den Zeltplatz und legten uns zur Ruhe.
38. Tag:
Wir verließen den Zeltplatz und fuhren zum Frühstück zu McDonalds. Anschließend bummelten wir noch ein bißchen durch verschiedene Souvenirläden in der Stadt und brachten dann unsere Autos zu Brits Australia zurück. Mit dem Shuttlebus fuhren wir nun zum Flughafen, von wo es mit einer 737 weiter nach Darwin ging. Dort konnten wir gleich am Flughafen unseren Mietwagen, einen Toyota Landcruiser, übernehmen. Als wir aus dem Flughafen heraustraten, merkten wir sofort, daß wir wieder in einer ganz anderen Klimazone, nämlich in den Tropen, waren. Es war nicht ganz so heiß, wie im Outback, dafür herrschte jedoch eine wesentlich höhere Luftfeuchtigkeit. Wir fuhren in die Stadt und suchten uns bereits unterwegs im Acommodation Guide einige Unterkünfte in unserer Preisklasse heraus. Beim zweiten, das wir ansteuerten, gefiel es uns; für $55 bekamen wir ein recht ordentliches Doppelzimmer inklusive Continental Breakfast. Außerdem gab es einen riesigen, sehr gefplegten Swimmingpool. Nachdem wir eingecheckt hatten, sahen wir uns ein bißchen die Stadt an
. Nachdem Darwin bereits im zweiten Weltkrieg arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, machte 1974 der Wirbelsturm "Tracy" die Stadt nahezu vollständig dem Erdboden gleich. Die Stadt wurde völlig neu aufgebaut
, von den historischen Häusern sieht man nur noch sehr wenig
. In der Haupteinkaufsstraße fanden wir das Büro von Singapore Airlines, wo wir gleich unseren Heimflug rückbestätigten. Dann gingen wir in die Visitors Information, wo wir erfuhren, daß im Kakadu National Park alle 4WD-Tracks wegen Überflutung gesperrt seien - it´s the wet season... Zum Abendessen gingen wir zu Sizzler, wo wir uns ein saftiges Steak und freie Bedienung an der Salatbar gönnten. Auf dem Rückweg zum Hotel kauften wir im Bottle-Shop wieder einen großen Pack Wein und setzten uns den Rest des Abends damit an den Pool.
39. Tag:
Schon in der Nacht hatte es ununterbrochen geregnet und auch an diesem Morgen hielt der Regen an. Nach dem Frühstück im Hotel fuhren wir auf dem
Arnhem-Highway in Richtung Kakadu National Park. Im Bark Hut Inn, einer absolut urigen Kneipe auf etwa halbem Wege, aßen wir Mittag und machten dann einen kurzen Abstecher in das Wildman Reserve
zum Shady Camp und der Wildman River Wilderness Lodge. Danach ging es weiter bis zum Eingang des Kakadu National Parks. Auch hier wurde uns gesagt, daß (fast) alle Allrad-Tracks gesperrt seien und man die Jim-Jim-Falls und die Twin Falls (riesige Wasserfälle und sicher zwei der größten Attraktionen des Parks) nur vom Flugzeug aus sehen könnte
. Wir fuhren weiter bis nach Jabiru, machten einen kleinen Umweg über das Visitors Center, das jedoch gerade geschlossen hatte, und mieteten uns dann eine Cabin auf einem Zeltplatz. Dann setzten wir uns erst mal ein Weilchen in den Pool und gingen anschließend in die gleich daneben befindliche BBQ-Kitchen zum Abendessen. Nach einigen entspannenden Minuten im Whirlpool und dem einen oder anderen Glas Wein, gingen wir schließlich schlafen.
40. Tag:
Am Morgen fuhren wir in die Stadt zu einer Bakery, um etwas zu Essen zu besorgen und frühstückten dann in unserer Cabin. Danach fuhren wir zum Flugplatz von Jabiru und buchten einen einstündigen Rundflug mit einer
Cessna über dem Kakadu National Park
. Der kostete immerhin $ 100, aber das war er auch wert. Wir sahen eine Vielzahl von Wasserfällen (natürlich auch die Jim-Jim Falls
und die Twin Falls), die aufgrund der heftigen Regenfälle der letzten Tage wirklich beeindruckend waren. Anschließend wollten wir eigentlich zum Ubirr Rock fahren, aber selbst die geteerte Straße dorthin stand total unter Wasser
. Also fuhren wir nach Burdulba zum Iligadjarr Walk, wo wir nach etwa einer Stunde Wanderung das Pool Area erreichten. Es gab hier einige Felslöcher, wo man in dem hier fließenden Bach baden konnte. Allerdings war gerade eine größere Reisegruppe vor uns angekommen, so daß wir nur kurz hier blieben. Wir gingen den Bach ein Stückchen zurück und fanden einen kleinen Wasserfall, wo man auch herrlich baden konnte...vor allem aber allein und ungestört. Nach dieser Erfrischung wanderten wir zurück zum Auto und fuhren zum Nourlangie Rock, wo wir eine ganze Reihe von
Aboriginal-Felszeichnungen betrachten konnten. Allerdings überraschte uns hier ein sehr heftiger Platzregen; nicht daß dies besonders unangenehm gewesen wäre, aber wir kamen eben naß bis auf die Haut wieder am Auto an. Inzwischen war es Nachmittag und wir fuhren weiter bis Cooinda, wo wir eine Lodge mieteten. Dann gingen wir im Bistro kurz etwas essen, setzten uns eine Weile in den Pool und fuhren anschließend zum Jim-Jim Billabong. Auf dem Weg dahin sahen wir wieder ein Rudel Dingos, die in der Nähe der Straße umherstreiften und eine ganze Weile neben uns her rannten. Doch auf einmal war die Straße zu Ende. Wegen des vielen Regens der letzten Tage begann der Billabong einfach mal einen Kilometer weiter im Landesinneren, mitten auf der Straße. Da es mittlerweile dunkel war und wir nicht einschätzen konnten, wie hoch die Straße überflutet war, blieb uns nichts anderes übrig, als umzukehren. Wir fuhren zurück nach Cooinda und setzten uns zum Abendessen in die Bar. Auf dem Weg in unsere Lodge gingen wir noch an der Rezeption vorbei und buchten eine Yellow Water Cruise für 7 Uhr am nächsten Morgen.
41. Tag:
Wir gingen morgens kurz in den Shop, kauften ein paar Kekse und eine Flasche Wasser und liefen dann zur Anlegestelle, von wo aus die Bootsfahrt auf dem Yellow River startete. Während der Fahrt konnten wir eine Menge Wasservögel und ein Weißkopf-Seeadler-Pärchen sehen, jedoch keine Krokodile, vor denen überall im Park gewarnt wird. Der Guide erklärte uns, daß das am vielen Regen liegt; Krokodile legen sich gern ans Ufer und da das jetzt hier überall überflutet ist, würde man kaum welche zu Gesicht bekommen. Über den völlig unter Wasser stehenden Busparkplatz (es sahen gerade noch ein paar Verkehrsschilder heraus), fuhren wir zurück zur Anlegestelle. Wir frühstücken im Bistro und verließen dann Cooinda. Wir fuhren in Richtung Katherine aus dem Kakadu National Park heraus und bogen bei Pine Creek auf den Stuart Highway nach Norden ab, den wir aber einige Kilometer nach Adelaide River wieder verließen, um in den Litchfield National Park zu gelangen. In Batchelor wollten wir Mittagessen und fanden dort den Rum Jungle Club. Da wir keine Mitglieder in diesem Club waren, mußten wir uns erst in das Gästebuch des Hauses eintragen, bevor wir etwas essen konnten. Anschließend fuhren wir in den Park hinein. Auch hier waren alle 4WD-Tracks gesperrt, aber es gab genügend
Sehenswürdigkeiten, die von der Straße aus erreichbar waren. Wir fuhren zuerst zum anderen Ende des Parks, vorbei an den Magnetic Termite Mounds (genau in Nord-Süd-Richtung ausgerichtete Termitenhügel der sogenannten Kompaßtermiten), zu den
Wangi Falls. Normalerweise kann man auch hier baden, aber wegen der großen Wassermenge waren diese Fälle aus Sicherheitsgründen gesperrt. Als nächstes fuhren wir zu den
Tolmer Falls und den Florence Falls und gönnten uns anschließend im Buley Rockhole ein erfrischendes Bad. Als die Dämmerung begann, verließen wir den Park wieder und fuhren auf dem Stuart Highway weiter bis nach Darwin. Wir checkten wieder in dem gleichen Hotel ein, wie zwei Tage zuvor, und gingen zum Abendessen wieder zu Sizzler. Auf dem Rückweg zum Hotel wollten wir rasch bei Woolworth etwas einkaufen. Dort in einer Reihe kam auf einmal ein junges Paar auf uns zugestürzt und fragte uns nach unserer Meinung, welchen Dip wir bevorzugen würden, wenn wir die Wahl zwischen Gurken- oder Räucherlachs-Dip hätten. Wir entschieden uns spontan für den Lachs, worauf der Mann recht zufrieden aussah, die Frau zustimmte, sich beide höflichst bei uns bedankten und weiter gingen. Zwei Reihen weiter trafen wir sie wieder, als sie sich über die Farbe von Sektgläsern nicht einigen konnten. Und wieder war unsere Meinung gefragt: Farblos oder blau? Daneben standen auch noch gelbe Gläser, aber die wollten sie partout nicht, also entschieden wir uns für sie für die blauen Gläser. Als wir dann später im Bottle-Shop nach einen Packen Wein suchten, trafen wir das Paar wieder und sie lächelten uns bereits an. Diesmal aber, so sagten sie, träfen sie die Entscheidung für den Sekt allein. An der Kasse kam dann der Mann auf uns zu und zeigte uns ihre Wahl: Zwei Flaschen Sekt, eine blaue und eine gelbe. Nur so zum Spaß sagte ich, daß sie doch auch lieber ein blaues und ein gelbes Glas hätten nehmen sollen, aber als ich dann eines der Gläser umtauschen gehen sollte, verabschiedeten wir uns lieber. Wer weiß, was wir noch alles hätten entscheiden sollen...
42. Tag:
Nach dem Frühstück gingen wir zum Einkaufen in die Stadt. Gegen 11.30 Uhr fuhren wir zur Darwin Crocodile Farm, weil wir bisher in freier Natur keine Krokodile gesehen hatten. Dort konnten wir bei einer Fütterung sehen, wie schnell diese, sonst so trägen Reptilien sein können. Zum Mittag gönnten wir uns einen Kroko-Burger (gar nicht mal schlecht) und fuhren dann zurück nach Darwin, wo wir am Nachmittag zum Aquascene gingen. Das ist eine Bucht, wo mit der Flut Tausende von Fischen hereinkommen, die mit der Ebbe wieder weg sind. Für viele Familien mit Kindern ist das natürlich die Attraktion, man kann die Fische dort füttern und sie fressen einem buchstäblich aus der Hand. Danach fuhren wir wieder zurück zum Hotel und setzten uns eine Weile in den Pool. Zum Abendessen gingen wir in Tim´s Surf & Turf, welches wir bereits beim Hotelsuchen entdeckt hatten. Die Speisekarte war die gleiche wie am Fisherman´s Wharf in Townsville und so entschieden wir uns, die Seafood Platte für eine Person zu zweit zu essen, was auch wieder völlig ausreichend war. Den Rest des Abends verbrachten wir am Hotelpool, wo wir unseren großen Pack Wein leer machten, bevor wir wieder ins Zimmer gingen, um unsere Taschen zu packen.
43. Tag:
Wir frühstückten wieder im Hotel und fuhren gegen 8.30 Uhr zum Flughafen. Der AVIS-Stand war allerdings erst ab 10.30 Uhr besetzt, also checkten wir zuerst ein und warteten dann, um unseren Mietwagen abgeben zu können. Um 11.15 Uhr ging es dann los und wir flogen nach Singapore. Dort hatten wir wieder neun Stunden Aufenthalt, daher hatten wir bereits auf dem Hinflug für heute ein Zimmer reserviert. Da wir dies jedoch nicht telefonisch bestätigt hatten (wäre vielleicht auch etwas teuer geworden, von Australien aus), gab es diese Reservierung nicht mehr, und wir entschieden uns, die Zeit so totzuschlagen. Wir bummelten ein bißchen durch die vielen Geschäfte in den beiden Terminals und gingen zum Abendessen ins Transit-Cafe. Um 23.55 Uhr ging dann unsere Maschine nach Frankfurt.
44. Tag:
Auch während dieses Fluges konnte ich kaum schlafen. Ich sah mir einige Filme an und verbrachte den Rest der Zeit damit, beim Nintendo-Tennis wenigstens ein paar Punkte zu erspielen. Nach einem sehr ruhigen Flug kamen wir um 6.45 Uhr Ortszeit (nach 11 Stunden Flug) in Frankfurt an. Als wir in die Maschine nach Dresden einchecken wollten, gab es Probleme mit unserem Gepäck. Wir hatten in Darwin keine Gepäckscheine bekommen und so konnten wir auch die Nummern unserer Gepäckstücke, die in Frankfurt umgeladen werden mußten, nicht angeben. Also hetzten wir durch den gesamten Flughafen zu Singapore Airlines und versuchten dort, die entsprechenden Nummern herauszubekommen (ein Anruf des Lufthansa-Personals bei Singapore Airlines war einfach nicht möglich). Mit den Nummern liefen wir zurück zum Gate und erreichten unseren Flug noch rechtzeitig. Auch der Flug selbst war relativ stressig. Es stritten sich zwei Passagiere, weil der eine (ein älterer Geschäftsmann) während des Startes, wo alle elektronischen Geräte abgeschaltet werden sollen, partout seinen Gameboy nicht ausschalten wollte. Irgendwie ging in Australien alles etwas ruhiger zu... Und noch eine Überraschung erwartete uns in Dresden: Nebel und eine Temperatur von -10°C ... welcome back home.