11. Tag: Eidfjord – Haukeland
Wieder piepste der Wecker um 7:30 Uhr. Wir sahen aus dem Fenster und uns lachte herrlicher Sonnenschein entgegen. Also standen wir auf und bauten unseren Frühstückstisch an der frischen Luft auf. Aus dem Shop des Campingplatzes drang frischer Brötchenduft in unsere Nasen, aber leider gab es die Brötchen nur auf Vorbestellung. Also begnügten wir uns mit den Resten vom Vortag. Nach dem Frühstück gingen Lisa und Vincent noch mal auf den Spielplatz, gegen 10:30 Uhr fuhren wir los.
Wir hatten gestern bei der Durchfahrt einige hübsche Läden gesehen und wollten deshalb heute ein wenig im Ort bummeln. Aber um diese Tageszeit war überhaupt noch nichts los, die meisten Geschäfte hatten noch geschlossen. Also machten wir einen kurzen Abstecher zum nahe gelegenen Sima-Kraftwerk, dem zweitgrößten Kraftwerk in Norwegen und einem der größten Wasserkraftwerke in ganz Europa. Besichtigungen gab es aber nur im Rahmen geführter Touren, was wir vor allem mit Lisa aber nicht unbedingt wollten. Wir überlegten kurz, ob wir noch dem Einöd-Bauernhof Kjeåsen einen Besuch abstatten sollten, verwarfen aber den Gedanken im Hinblick auf die heute noch anstehende Fahrstrecke. Also fuhren wir wieder zurück nach Eidfjord, wo inzwischen die ersten Geschäfte geöffnet hatten. So einladend wie am Abend zuvor sah es bei näherer Betrachtung aber noch immer nicht aus und so verschoben wir den Einkaufsbummel und fuhren nach Brimnes, wo wir die Fähre nach Bruravik nahmen.
Die Überquerung des Hardangerfjordes ging rasch und bot bei schönstem Sonnenschein tolle Ausblicke.
Am anderen Ufer schmiegte sich die RV7 eng an den Fels und aufgrund des regen Verkehrs waren auf der schmalen Straße oft nervige Ausweichmanöver von Nöten. Die Strecke selbst war aber sehr sehenswert und mit der Ruhe und Gelassenheit von Urlaubern konnten wir die Fahrt auch entsprechend genießen. In Alvik hielten wir zu einem kurzen Einkauf im COOP, dann suchten wir uns einen schönen Rastplatz am Fjord für eine Mittagspause.
Im Anschluß fuhren wir weiter bis Norheimsund. Wir hatten Glück und bekamen einen Platz auf der kleinen Parkfläche am Steinsdalsfossen. Zeitgleich mit uns kam ein Bus an und dessen Insassen stürmten sofort den Pfad zum Wasserfall. Da es zudem auch noch leicht zu nieseln begann, vertaten wir uns zunächst im ersten der drei Souvenirshops auf der gegenüber liegenden Straßenseite und kauften ein paar Postkarten sowie entsprechende Briefmarken. Auch einige lustige Souvenirs entdeckten wir, wie zum Beispiel einen Elch mit Schirm und Regenmantel, der auf Knopfdruck „Singing in the rain“ trällert. Wir kauften jedoch weiter nichts, sondern schlüpften in unsere Regenjacken und liefen nun den Weg hinauf, der bis hinter den Wasserfall führt.
Anschließend durchstöberten wir noch den zweiten Souvenirshop, wo wir für Vincent recht preisgünstig einen Wikingerhelm erstanden. Schließlich gingen wir auch noch in den dritten Laden und genehmigten uns im angeschlossenen Café zwei Espresso, eine Erdbeerwaffel und einen Muffin.
Hinter Norheimsund verließ die RV7 die Fjordregion und führte stetig bergan. Die Landschaft änderte sich komplett und nach dem mediterranen Panorama bisher fühlte man sich auf einmal wie in die grüne Hügellandschaft Irlands versetzt. Es gab wieder viele Wasserfälle zu sehen, nach einigen Tunneldurchfahrten folgten plötzlich wieder Schneefelder, bis es schließlich auf der RV16 wieder bergab in Richtung Bergen ging.
Bei Indre Arna bogen wir auf die RV580 in Richtung Süden ab und steuerten den Lone Camping Platz in Haukeland an, wo wir für zwei Nächte unser Quartier aufschlagen wollten. Der erste Eindruck war eher ernüchternd: ein riesiger Platz neben der Shell-Tankstelle direkt an der Hauptstraße, dazu eine schier unendliche Wartezeit an der Rezeption. Als Andreas endlich an der Reihe war und sich auf norwegisch nach einem Stellplatz, der Busverbindung nach Bergen und einem Fahrplan erkundigte, war die junge Frau sichtlich überrascht und wollte gar nicht glauben, dass wir erst seit einer Woche in Norwegen waren und Andreas vorher nur einen kleinen Sprachkurs von CD gepaukt hatte. Beim weiteren Gespräch kamen die Norwegischkenntnisse dann jedoch schnell ins Holpern, weil es über den Wortschatz der Überlebenskenntnisse von der CD hinaus ging. Andreas war aber dennoch recht zufrieden, dass die Mühe nicht ganz umsonst war…
Wir erkundeten nun den Platz, der sich als noch größer als angenommen herausstellte und abgesehen vom Eingangsbereich ganz idyllisch gelegen war. Nach einer kurzen Runde konnten wir sogar einen hübschen Stellplatz in zweiter Reihe, nahe dem Wasser ergattern.
Damit waren wir zufrieden und gingen mit den Kindern auf den Spielplatz, sahen uns die Enten, Kaninchen und Ziegen in den Tiergehegen an und machten auch gleich Abfahrtsort und -zeiten für den Bus nach Bergen ausfindig. Zurück am Wohnmobil aßen wir Abendbrot und spielten anschließend eine Runde UNO mit Vincent. Die Kinder gingen um 22:00 Uhr ins Bett, während wir bei einer Flasche Weißwein noch einmal den Tag Revue passieren ließen und den Reisebericht aktualisierten.
Zu fast schon gewohnter Zeit um 23:30 Uhr verzogen wir uns dann auch ins Bett.
Gefahrene Strecke: 150 km
Übernachtung: Lone Camping Haukeland (245 NOK)
|