Unsere Reise durch den Westen der USA



21. Tag

An diesem Tag sollte uns unser Weg über Fresno und die Landesstraße 180 in den Sequoia National Park führen. Da wir aber auch noch einen Abstecher in den Kings Canyon machen wollten, suchten wir uns auf der Karte eine Abkürzung, die über einige kleinere Straßen an Fresno vorbei führt, so daß man eine große Ecke, die man über die Highways fahren würde, abschneidet. Allerdings waren diese kleinen Straßen sehr kurvenreich und nicht sehr breit, so daß wir im Endeffekt etwa zwei Stunden einbüßten. Dafür bekamen wir jedoch einen wunderschönen Eindruck des in diesen Hügeln liegenden Weinbau-Gebietes. Wie der Name schon sagt, ist der Sequoia National Park vor allem seiner gigantischen Riesensequoias (Mammutbäume) wegen bekannt. Entsprechend viele dieser uralten Bäume (die ältesten sind weit über 4000 Jahre alt), in allen variationen kann man dort besichtigen; durch einen kann man mit dem Auto hindurch fahren, auf dem anderen parken, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt, um die Größe dieser Riesen zu dokumentieren. Außerdem sind Moro Rock, ein domförmiger Granitblock in über 2000 m Höhe, und Crystal Cave, eine Tropfsteinhöhle, durch die mehrmals täglich eine ca. 500 m lange Tour geführt wird, sehenswert. Uns fehlte jedoch leider die Zeit dazu und so verließen wir den Sequoia National Park und fuhren die eindrucksvolle Bergstraße hinab in den Kings Canyon. Die untergehende Sonne ließ die Felsen golden schimmern und wir kamen etwa zur abenddämmerung unten im Canyon an. An einer Rangerhütte konnten wir lesen, daß bereits einige Schwarzbären gesichtet worden waren, Besucher wurden daher um Vorsicht gebeten. Also mußten wir leider auch auf Wanderungen zum Roaming River Wasserfall und den Zumwalt Meadows verzichten. Als wir die Straße wieder hinauffuhren, war es mittlerweile stockfinster. Da uns der nochmalige Weg durch den ganzen Sequoia National Park zu weit war, beschlossen wir, einen anderen Ausgang aus dem Park zu benutzen, als eigentlich vorgesehen, um zu unserem Tagesziel, Lemon Cove, zu gelangen. Die Strecke erschien auf der Karte sogar kürzer, allerdings waren da die vielen Serpentinen nicht eingetragen, die im Dunkeln nicht so ganz ohne waren... Spät in der Nacht erreichten wir unseren Zeltplatz, so ziemlich mit dem letzten Tropfen Benzin, denn durch die vielen kleinen Umwege, die in der Karte nicht verzeichnet waren, war die Strecke doch um etliches länger als von uns kalkuliert.


22. Tag

An diesem Tag sollte sich der Kreis unserer dreiwöchigen Rundreise wieder schließen. Wir fuhren vom Sequoia National Park wieder nach Los Angeles. Diese ca. 320 Kilometer lange Fahrt führte uns größtenteils über die Highways, so daß es keine besonderen Sehenswürdigkeiten gab. Vorbei an Bakersfield und Valencia, mit seinem Six Flags Magic Mountain (Vergnügungspark) erreichten wir am Nachmittag Los Angeles. Wir checkten in unser Hotel ein und verbrachten den Rest des Tages beim Stadtbummel, wobei wir uns auch schon mal nach Hotels für die nächsten Tage umsahen.


23. Tag

Heute endete ganz offiziell die Rundreise, die wir gebucht hatten. Wir verließen das Airport Marina Hotel und entschieden uns für das Park View Hotel, welches sehr zentral lag und recht preiswert war. Außerdem mußten wir unseren Mietwagen wieder abgeben, also fuhren wir zu Alamo...mit zitternden Knien, denn wir hatten ja den großen Kratzer vom Grill am Heck und wußten nicht, inwieweit dieser Schaden von der CDW-Versicherung gedeckt wird. Aber alles lief ganz glimpflich und völlig unbürokratisch ab. Die freundliche Frau, die das Auto in Empfang nahm, zuckte kurz mit den Schultern, meinte:"Oh, sie haben da einen Kratzer...OK...Bye." Sie notierte das und war auch gleich beim nächsten Auto...das war alles. Nun mußten wir uns für diesen Tag wieder einen Wagen zulegen, also mieteten wir uns einen Buick, wo wir auch alle ganz gut Platz hatten. Außerdem erkundigten wir uns gleich nach einem Cabrio, denn dieses Vergnügen wollten wir uns auf gar keinen Fall entgehen lassen. Zuallererst gab es einige Verständigungsprobleme, denn unter einem Cabriolet konnen sich die Amerikaner nichts vorstellen. Nach einigem hin und her lernten wir, wie so was in den Staaten heißt: Convertible. Leider vermietet Alamo keine Cabrios an Personen unter 25, und da wir ja zu viert waren und alle mal fahren wollten, war hier einfach kein Kompromiß zu finden. Auch bei anderen Autovermietungen hatten wir wenig Glück. Schließlich gab uns die Dame an der Rezeption unseres Hotels den Tip, es doch mal bei Thrifty zu versuchen. Sie rief auch gleich da an und siehe...es war nicht nur möglich, sondern auch noch wesentlich preiswerter als anderswo. Also ließen wir uns gleich zwei Cabrios für den nächsten Tag reservieren. Nun ging´s zu den Universal Filmstudios. Hier nahmen wir an einer Tour durch das Gelände teil und sahen uns einige der vielen filmbezogenen Shows, wie E.T., Backdraft oder Psycho an. Der Höhepunkt war zweifellos die Zeitreise im Delorian aus "Zurück in die Zukunft". Das "Jurassic Park"-Gelände war damals leider noch nicht fertig gestellt... Nach dem Abendbrot schnappten wir uns noch eine Flasche Wein, gingen damit zum Strand von Santa Monica und setzten uns an den Pier. So klang auch dieser Tag allmählich aus.


24. Tag

Gleich am Morgen brachten wir unseren Buick zurück zu Alamo. Nun mußten wir natürlich irgendwie zu Thrifty kommen. Also nahmen wir den kostenlosen Alamo-Shuttlebus zum Flughafen und stiegen dort in den Shuttlebus von Thrifty. So kostete uns diese kleine Stadtrundfahrt keinen Cent. Bei Thrifty angekommen gab es eine böse Überraschung. Die Cabrios, die wir bestellt hatten, waren nicht da; und zu irgendwelchen Kompromissen waren wir nicht bereit. Aber nach einer Weile wurden dann zwei Cabrios von unseren Vormietern abgegeben, gewaschen und aufgetankt und es konnte losgehen. Zuerst fuhren wir natürlich zu all den Sehenswürdigkeiten von Los Angeles: Beverly Hills, Sunset Boulevard, Santa Monica usw. und zum Mittag zum All you can eat zu Pizza Hut. Anschließend fuhren wir ein bischen aus der Stadt hinaus in Richtung Süden. An einem wunderschönen Strand bei Ballboa Beach machten wir halt um ein bischen zu Baden. Dabei passierte uns allerdings ein Mißgeschick. Wir nahmen alle Badesachen mit, schlossen das Auto ab und vergaßen auch die Kofferraumverriegelung nicht. Da wir ja nicht mehr als unsere Badesachen brauchten, flog auch die Gürteltasche mit in den Kofferraum und der wurde zugeschlagen. Unglücklicherweise befand sich der Autoschlüssel in der Gürteltasche. Also machten wir uns auf den Weg zu einer Telefonzelle, um den AAA oder einen Schlüsseldienst zu rufen. Ein Telefon fanden wir so schnell nicht, dafür jedoch einen sehr hilfsbereiten Beach Police Officer, der sich bereiterklärte, uns zu helfen. Nachdem er ein Paar Handschuhe angezogen hatte, knackte er auch in Sekundenschnelle die Tür deas Autos. Allerdings brauchte es noch eine Menge Zeit und Mühe, in den Kofferraum zu gelangen, da wir den ja extra verriegelt hatten und er sich deshalb ohne Schlüssel nicht öffnen ließ. Kurz und gut, wir kamen von innen an die Gürteltasche heran und alles war wieder im Lot. Gegen Abend fuhren wir wieder in Richtung Los Angeles, denn wir wollten zum Sonnenuntergang den Mulholland Drive befahren. Ein Wahnsinnsstau auf dem (in jeder Richtung sechsspurigen) Stadt-Highway hätte sies fast verhindert, aber wir erreichten diese malerische Straße rechtzeitig. Gegen Abend mußten wir dann aber doch das Verdeck zumachen, denn es kühlte sich doch empfindlich ab.


25. Tag

Am Morgen gaben wir unsere Cabrios bei Thrifty wieder ab und wollten uns dafür ein Auto suchen, das für uns vier samt Gepäck paßte. Wir entschieden uns zuerst für einen Mitsubishi Mirage (entspricht hier in Europa dem Lancer), der uns groß genug erschien. Ein Blick in den sogenannten Kofferraum belehrte uns aber schnell eines besseren. Also nahmen wir dann einen Chrysler LHS, eine mehr als fünf Meter lange Limousine, mit allem, was sich das Herz des Autofahrers nur wünschen kann. Und das ganze sogar zu einem ganz humanen Preis. Der Kofferraum faßte unser Gepäck locker und auch wir hatten jede Menge Platz im Auto. Damit ging es nun los in Richtung Süden. Wir fuhren den Highway immer an der Küste entlang. Bei Oceanside gönnten wir uns einen kurzen Stop zum Baden. Ein wunderschöner Strand mit herrlichen Wellen lud zum Baden ein. Eine Zeit lang hatten wir auch riesigen Spaß, uns von meterhohen Wellen überschwappen zu lassen. Allerdings hatten wir nicht mit der extrem starken Rückströmung gerechnet. Als ein mal ein paar Wellen ausblieben, trieben wir mit dem zurückströmenden Wasser schnell weiter hinaus als uns lieb sein konnte, hatten keinen Grund mehr unter den Füßen und wurden immer wieder von riesigen Wellen überspült. Wir hatten echt zu kämpfen, immer wieder an die Oberfläche zu kommen und Luft zu holen, befor die nächste Welle über uns hereinbrach. Dabei kostete es auch wahnsinnig viel Kraft, auch noch gegen die Rückströmung zu schwimmen, um nicht noch weiter hinausgetragen zu werden. Kurz: wir hatten die Gefahr der Wellen und der Rückströmung völlig unterschätzt und hatten viel Glück, heil aus dieser Situation wieder herauszukommen. Wir saßen dann eine ganze Weile mit zitternden Knien am Strand und versuchten, langsam wieder zu Atem zu kommen. Als wir den Schrecken einigermaßen überwunden hatten, fuhren wir weiter über La Jolla in Richtung San Diego. Wir sahen uns noch das Top-Gun-House an und suchten uns dann ein Hotel in San Diego für die nächsten Tage. Anschließend fuhren wir weiter in Richtung der mexikanischen Grenze. Kurz davor gibt es ein riesiges Factory Outlet, wo man jede Menge amerikanischer Markenprodukte (Levi´s, Wrangler, Lee, Nike, Rebook etc.) zu Spottpreisen kaufen konnte.


26. Tag

Heute sahen wir uns ein wenig in San Diego um. Es ist eine wunderschöne Stadt, die einen historischen Stadtteil (Spanish Village) und ein von Wolkenkratzern geprägtes, sehr modernes Stadtzentrum hat. Wir sahen uns auch das historische Fischerdorf an und fuhren über die markante Coronado Bridge nach Northern Island. Den dort befindlichen Marine-Stützpunkt kann man an bestimmten Tagen auch besichtigen, aber so ein Tag war leider gerade nicht. Außerdem fuhren wir in den Balboa Park, und während die anderen beiden ein paar Stunden im Zoo (wohl einem der größten und vor allem schönsten Zoos der Welt) verbrachten, sahen wir uns das Luftfahrt-Museum, eine Eisenbahn-Ausstellung und den wunderschönen Balboa Park an.


27. Tag

Wir fuhren am Vormittag mit dem Auto bis zur Grenze und liefen dann hinüber nach Mexiko. Die erste Stadt hinter der Borderline ist Tijuana, wo es jede Menge Buden und Läden gibt, und jeder Händler versucht, die Touristen in seinen Laden zu ziehen. Wir bummelten eine Weile durch die Straßen und gönnten uns ein fürstliches Mittagessen, zu dem es jede Menge Tequila gab. Außerdem bekam man, wenn man einen Tequila Sunrise oder einen Margarita bestellte prinzipiell zwei zum Preis von einem. Entsprechend wankten wir dann wieder in die Vereinigten Staaten hinein. Einen wirklichen Eindruck von Mexiko erhält man jedoch nicht, wenn man nur einen kurzen Abstecher nach Tijuana macht; es ist halt eine typische Grenzstadt. Anschließend gingen wir noch in die riesige, mehrstöckige Einkaufs-Mall in Downtown von San Diego, in der wir einige Stunden zubrachten.


28. Tag

Heute führte uns unser Weg zurück nach Los Angeles, wo wir uns wieder ein Hotel für die letzte Nacht suchten. Viele Highlights gab es nicht mehr. Wir gaben unseren Mietwagen ab und nahmen den kostenlosen Shuttle-Bus zum Hotel, der uns am nächsten Morgen auch zum Flughafen brachte.


29. Tag

Der Rückflug war auch ein wenig chaotisch. Der Abflug der Maschine verspätete sich um fast zwei Stunden und so war unser Anschlußflug von Paris nach Berlin ernsthaft in Gefahr. Immerhin holten wir gut eine Stunde wieder auf und die Maschine in Paris wartete auf uns. So hatten wir den Vorteil, daß wir nicht durch den ganzen riesigen Flughafen von einem Ende zum anderen laufen mußten, sondern wurden per Bus von einem Flugzeug direkt zum nächsten gebracht. In Berlin angekommen, mußten wir gleich wieder die gravierenden Unterschiede zu Amerika erleben. Hier gab es keinen kostenlosen Shuttle-Service, und so mußten wir erst mal eine Netzkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen, um mit dem Bus von Tegel bis zum Hauptbahnhof zu gelangen, wo wir uns in den ICE nach Dresden setzten.


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