Unsere Reise durch den Westen der USA



11. Tag

Die Nacht war extrem kalt; als wir morgens aufstanden waren das Zelt und die Fensterscheiben unseres Mietwagens total bereift. Wir fuhren zunächst in den Ort, um bei einem gemütlichen Frühstück mit Blueberry Muffins, Pancaces und Kaffee den Tagesablauf zu planen. Wir hatten den ganzen Tag für den Yellowstone National Park Zeit. Also beschlossen wir, den Park zunächst entlang der Grand Loop Road zu erkunden. Am Parkeingang kauften wir uns einen Golden Eagle Pass. Dieser kostet $25,- und gilt für alle Insassen eines Fahrzeuges in allen Nationalparks der USA für volle 12 Monate. Wenn man eine größere Tour geplant hat, kann man so eine Menge Geld sparen. Nach einem kurzen Stau am Eingang boten uns sofort die Schönheiten des National Parks. Entlang der Straße konnten wir Wapti-Hirsche sehen, die sich von den vielen Besuchern, die an der Straße standen und fotografierten, überhaupt nicht stören ließen, genau wie auch die Bisons, die wir einige Kilometer weiter im West Thumb Geyser Basin nahe der Straße grasen sahen. Immer wieder machten wir an der Straße oder auf einem Parkplatz halt um Teile des Parks zu Fuß zu erkunden. Besonders lohnenswert war ein kleiner Rundgang entlang des Yellowstone River, bei dem wir neben zahlreichen Aussichtspunkten auch die atemberaubenden Wasserfälle, den Upper und den Lower Fall, bewundern konnten. Neben vielen heißen Quellen im Midway Geyser Basin, die aufgrund von Algen und Bakterien in den unterschiedlichsten Farben schillern, ist besonders Old Faithful einen Besuch wert. Dieser Geysir ist wohl die Hauptattraktion des Parks und speit in Abständen von 35 bis 100 Minuten eine riesige Wasser- und Dampffontäne meterhoch. Entsprechend drängen sich die Besucher um das direkt daneben stehende Visitor Center, an dem die Zeiten für die nächsten Ausbrüche angeschrieben stehen. Vorbei an Mammoth Hot Springs, wo man Heißwasserquellen in Terassen aus Sandstein bewundern kann, und noch einigen anderen Geysiren und Fumerolen kehrten wir gegen Abend wieder zu unserem Zeltplatz zurück. Auf dem Wege dahin sammelten wir eine Menge trockenes Holz ein und konnten uns so auf dem Grill neben unseren Zelten ein paar saftige Steaks zum Abendbrot bereiten.


12. Tag

Heute führte uns unser Weg noch einmal durch einen Teil des Yellowstone National Parks. So hatten wir noch Gelegenheit, die Grand Prismatic Spring zu besichtigen, eine im Durchmesser über 100 Meter große heiße Quelle, die in einer Farbskala von tiefblau und lichtblau über grün und gelb bis hin zu orange und rot leuchtet. Nachdem uns einige Road Constructions das Leben schwer gemacht und uns eine Menge Zeit gekostet hatten, verließen wir den Park am Südausgang und fuhren vorbei am Jackson Lake und am Jenny Lake durch den Grand Teton National Park. In Jackson, einer alten Westernstadt, machten wir gegen Mittag kurz Station, bevor wir unseren Weg heraus aus Wyoming, hinein in den Bundesstaat Utah fortsetzten. Ohne weitere große Umwege erreichten wir Salt Lake City, die Hauptstadt Utahs, wo wir mitten in der Stadt, direkt gegenüber des Flughafens, unseren Zeltplatz fanden. Es sollte eine sehr unruhige Nacht werden...


13. Tag

Ob es nun mit der 13 zusammen hing oder nicht, jedenfalls begann der Tag mit einem Malheur. Nachdem wir die Zelte abgebaut hatten und losfahren wollten, mußten wir feststellen, daß der Anlasser unseres Mietwagens keinen Ton mehr von sich gab - Batterie runter. Glücklicherweise fanden wir schnell jemanden, der uns mit "Jump Cables" aushelfen konnte, jedoch war dieser Zwischenfall für uns Grund genug, zur Mietwagenfirma zu fahren und den Wagen zu tauschen; schließlich sollte uns so eine Panne nicht gerade im Death Valley wieder passieren. Bei der Gelegenheit ließen wir auch gleich wieder einen neuen Fahrer eintragen und auch das Tauschen des Wagens war kein Problem. Wie wir später allerdings schmerzlich feststellen mußten, hatten wir leider unseren Golden Eagle Pass im Handschuhfach liegen lassen...die nächsten Besitzer werden sich gefreut haben. Trotz der fortgeschrittenen Zeit suchten wir als nächtes das City Center auf und ließen uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt heraussuchen, die wir uns zum großen Teil auch alle noch besuchten. Auch ein Bad im Grand Salt Lake wollten wir uns nicht entgehen lassen, nur leider waren die Strände in der Nähe der Stadt nicht sehr schön, teilweise regelrecht verwarlost, und deshalb auch nahezu verwaist. Also machten wir noch einen Abstecher nach Anthelope Island, wo wir schließlich auch einen Strand fanden. Durch das stark salzhaltige Wasser herrscht hier ein derartiger Auftrieb, daß man einfach nicht untergehen kann...es ist schon lustig, wenn man einfach nicht weiß, wohin mit Armen und Füßen. Unsere weitere Fahrt führte uns noch zur Bingham Copper Mine, der weltgrößten Kupfertagebau. Langsam ging es auf den Abend zu und wir hatten noch ein ziemlich großes Stück zu fahren. Nach einer anstrengenden Fahrt im Dunkeln, einem Abendessen-Stop bei Pizza-Factory in einem kleinen Ort und einem Anti-Müdigkeits-Stop bei Mac Donalds, trafen wir recht spät in Moab, unserem Tagesziel, ein.


14. Tag

An diesem Tag wachte ich als erster von uns, kurz nach Sonnenaufgang, auf. Während wir am Vorabend leider kaum etwas von der Umgebung unseres Zeltplatzes gesehen hatten, bot sich jetzt ein fantastisches Bild. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße, an dem der Zeltplatz lag, türmten sich riesige Sandsteinwände, die nun im Licht der Morgensonne feuerrot erglühten. Zuerst fuhren wir in den Ort, um zu frühstücken und zu beraten, wie wir den heutigen Tag gestalten wollten. Wir waren am Vorabend am Eingang zum Arches National Park vorbei gefahren, den wir unbedingt besuchen wollten. In der Stadt lasen wir jedoch, daß es auch möglich sei, Rafting-Touren auf dem Colorado zu buchen. Also verschoben wir die Besichtigung der Steinbögen und Felsmassive auf den Nachmittag um den Colorado ein wenig zu erkunden. Die Fahrt auf dem großen Floß gestaltete sich recht gemütlich, da der Colorado ziemlich wenig Wasser führte. So hatte Dusty, unser Tour-Guide, jede Menge Zeit, um über dies und das mit uns zu erzählen, während sie das Floß steuerte. Bis zum Mittag gab es, abgesehen von zwei, drei winzigen Stromschnellen, keine großen Highlights, so daß einige Passagiere freiwillig über Bord gingen und sich ein wenig im Fluß treiben ließen. Nach einer Mittagspause am Ufer, bei der es Sandwiches zum selbstbelegen und jede Menge Obst und Gemüse gab, hatten dann Karsten und ich die Gelegenheit, in zwei Duckies zu steigen, in denen die Fahrt schon mehr Spaß machte. Diese kleinen Kanus waren viel wendiger als das große Floß und als dann endlich auch zwei größere Stromschnellen kamen, hatten wir alle Hände voll zu tun, den größeren Strudeln auszuweichen und dem von hinten angeschossen kommendem Floß zu entgehen... Am frühen Nachmittag fuhren wir dann in den Arches National Park. Hier gibt es über 900 natürlich geformte Steinbögen und jede Menge weitere bizarre Felsgebilde. Wir hatten Zeit, uns den Balanced Rock, den Landscape Arch und weitere wundervolle Arches und Windows anzusehen; den Höhepunkt - den Delicate Arch, ein einzeln stehendes Steintor - wollten wir zum Schluß besuchen, da dieser laut Reiseführer am schönsten bei Sonnenuntergang aussieht. Doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn es zog ein schweres Gewitter auf, welches den Aufstieg in höhere Regionen leider unmöglich machte. Also verließen wir den Park wieder und beschlossen den Tag in einer faszinierenden Trucker-Kneipe am anderen Ende von Moab.


15. Tag

An diesem Tag sollte uns unsere Fahrt in das Monument Valley führen: von Moab aus nur etwa 275 km. Daher beschlossen wir, noch einen Abstecher in den Canyonlands National Park zu machen. Als erstes steuerten wir einen Aussichtspunkt bei "Isle in the sky" an. Von hier hat man einen phantastischen Ausblick über Tafelberge und tiefe Schluchten, die der Green River über Jahrmillionen hin in die Hochplateaus gegraben hat. Anschließend wollten wir noch in den Needles District. Also zweigten wir vom US 191 Süd auf die State Road 211 ab. Einer der ersten dominanten Felsen, die man in dieser kargen, aber immens interessanten, zerklüfteten Landschaft sieht, ist Newspapers Rock, wo man alte indianische Felszeichnungen findet. Vorbei an weiteren markanten Felsen, wie z.B. dem Wooden Shoe Arch, kamen wir noch an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei, von wo aus sich atemberaubende Blicke auf das Panorama boten. Wenn man die Zeit dafür hat, sollte man unbedingt einen Rundflug buchen. Wir fuhren auf dem US 191/163 über Monticello und Blanding in den Monument Valley Navajo Tribal Park, welcher an der Grenze zwischen Utah und Arizona liegt und gänzlich von Indianern geführt wird (Achtung: Golden Eagle Pass gilt nicht!). Bevor man das Tal erreicht, kann man bereits einen eindrucksvollen Blick über die riesigen farbenprächtigen Felsen, die in dem flachen, weiten Tal eus der Erde ragen, genießen. Eine Abzweigung links vom Highway führt zum Visitor Center, das auf einem Bergvorsprung liegt und weiteren Einblick in dieses atemberaubende Gebiet bietet. Hier bieten die Indianer Touren mit dem LKW, dem Fourwheeler oder auch zu Pferde durch das Tal an. Wir entschlossen uns jedoch, mit dem eigenen Auto dem vorgeschriebenen Weg durch das Tal zu folgen. Auf der staubigen, teilweise tückenreichen Straße kamen wir zu phantastischen Felsmassiven mit phantasievollen Namen, wie King on the throne, Totem Pole, Three Sisters oder Elephant Butte. An den Aussichtspunkten gab es immer wieder kleine Stände, an denen Indianerfrauen wunderschönen, handgearbeiteten Schmuck verkauften. Außerdem konnten wir ein interessantes Phänomen beobachten: Über dem Tal hatten sich Wolken zusammengezogen, aus denen es ganz offensichtlich zu regnen begann. Am Erdboden kam jedoch kein Tropfen davon an, das Wasser schien auf dem Weg nach unten gleich wieder zu verdunsten, und so wurde unter den Wolken ein Regenbogen sichtbar. Wir verließen das Tal im Licht der tief stehenden Sonne, die die Felsen feuerrot erglühen ließ, und fuhren über den Highway hinweg zu unserem Zeltplatz in Gouldings. Von da aus hatten wir eine wundervolle Aussicht auf das Monument Valley im Sonnenuntergang, während wir unsere Zelte aufbauten. Anschließed fuhren wir zum Abendessen in das nahegelegene Restaurant; es ist zwar nicht gerade sehr billig da, jedoch lohnt der Besuch auf alle Fälle.


16. Tag

Die heutige Strecke, vom Monument Valley zum Lake Powell betrug nur ca. 160 Kilometer, so daß wir auch ein wenig Zeit zum relaxen haben sollten. Wir fuhren auf dem Highway 163 nach Kayenta und von da aus weiter auf dem Highway 160 nach Süden. Auf der State Road 98, vorbei an Page, erreichten wir nach einer kurzweiligen Fahrt den Lake Powell. Neben dem wunderschönen, in roten Sandsteinfelsen eingebetteten See selbst, ist vor allem der Glen Canyon Dam eine der großen Attraktionen. Dieser Staudamm wurde als Nachfolgeprojekt des Hoover Staudamms zwischen 1954 und 1964 gebaut und durch ihn ist der Lake Powell erst entstanden. Wir fuhren zuerst zum Zeltplatz, um unsere Zelte aufzubauen und sahen uns anschließend ein wenig im Ort um. Eigentlich wollten wir eine Bootsfahrt zur Rainbow Bridge, der größten natürlichen Steinbrücke der Welt, buchen. Die letzte Fahrt ging jedoch bereist 13 Uhr und auch für eine Jeep-Tour war es schon zu spät. So blieb uns nur noch die Möglichkeit, selbst ein Motorboot zu mieten. Dieses kostete jedoch ca. $200 und das war für uns vier dann doch eine Spur zuviel. Da aber außer uns noch weitere Leute diese Rundreise gebucht hatten, und wir diese durch das gemeinsame tägliche Etappenziel auch bereits einigermaßen kennengelernt hatten, suchten wir uns noch zwei Mitstreiter, so daß wir die Kosten für das Boot durch sechs Personen teilen konnten. Allerdings sollten die Boote nicht später als 18 Uhr zurückgebracht werden, die Tour zur Rainbow Bridge und zurück dauert jedoch mindestens 4 Stunden und es war bereits kurz vor 15 Uhr. Also verzichteten wir schweren Herzens auf diesen Ausflug und mieteten das Boot nur für zwei Stunden für eine Runde auf dem See. Dabei hatten wir auch mächtig Spaß. Wir ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und den Wind um die Nase wehen, fuhren mit Jet-Skies um die Wette und kurvten mit dem Boot um einige bizarre Felsen und Canyons. Als wir das Boot zurückbrachten (und es vorher noch für eine ganze Stange Geld wieder volltanken mußten) war es komischerweise an der Uhr des Bootshauses erst kurz vor 16 Uhr. Nach einigem Grübeln fanden wir die Lösung. Auf unserem heutigen Weg hatten wir die Grenze zwischen Utah und Arizona überschritten und damit auch eine Zeitzone. Die Arizona Time ist eine Stunde hinter der Western Standard Time hinterher und so hätten wir, wenn wir vorher daran gedacht hätten, doch genügend Zeit für den Bootstrip zur Rainbow Bridge gehabt. Ein bischen vergnazt trotteten wir durch die Stadt und besorgten uns ein wenig Grillkohle, Steaks, Wein und Bier. Und so beschlossen wir diesen Abend mit einer Grillfete auf dem Campground.


17. Tag

Die heutige Fahrt war mit ca. 320 Kilometern zwar nicht die längste Strecke unserer Rundreise, jedoch gab es eine Menge zu sehen, und so brachen wir gegen 5 Uhr Morgens auf. Auf der State Road 89 Süd gelangten wir nach Cameron, wo wir auf die Landesstraße 64 in Richtung Grand Canyon abbogen. Wir erreichten diesen zur Frühstückszeit und gönnten uns am Wachturm am Desert View einen Kaffee. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über den Colorado River, entlang des Canyons, zum Painted Desert und zum Kaibab National Forest. Auf dem East Rim Drive Richtung Westen kommt man noch an mehreren Aussichtspunkten vorbei, wie Moran, Grand View, Yaki und Mather Point. Die Straße entlang des West Rimīs ist zwischen April und September für den Autoverkehr gesperrt. Dafür gibt es jedoch kostenlose Rundfahrtbusse, wo man an jedem View Point aus- und einsteigen kann. So erkundeten wir den Rand des Grand Canyon biz zur Mittagszeit. Dann fuhren wir weiter bis nach Tusayan, wo wir zunächst Mittag aßen und anschließend einen Hubschrauberrundflug in den Canyon buchten. Zugegeben, die $90 pro Person ließen uns zuerst zurückschrecken, aber wir hatten Glück, denn in der Mittagszeit, zwischen 12 und 13 Uhr gab es $10 Rabatt und im Nachhinein betrachtet war das Geld gut angelegt; da wir nicht die Zeit zu einem Mauleseltrip zur Phantom Ranch im Bright Angel Canyon oder einem Fußmarsch ins Colorado Flußtal hatten, war dies die beste Möglichkeit, einen näheren Eindruck von der Grandiosität des Grand Canyon zu bekommen. Von Tusayan aus ging es noch 80 Kilometer weiter bis nach Williams, einer kleinen Westernstadt an der Historischen Route 66. Wir suchten zunächst unseren Zeltplatz, bauten die Zelte auf und erkundeten anschließend die Stadt. Man kann hier auf einem Bahnhof der Grand Canyon Railway einen alten Zug besichtigen, der einst zwischen Williams und dem Grand Canyon verkehrte und natürlich gibt es eine Menge über die legendäre Route 66, die ehemalige "Main Street of America", zu sehen. Nach diesem anstrengenden Tag gönnten wir uns ein entspannendes Bad im Whirlpool auf dem Zeltplatz, während unsere Wäsche ein paar Runden in der Maschine drehte...beides, Pool und Waschmaschinen gehören übrigens auf fast jedem Zeltplatz in den Staaten zum Standard.


18. Tag

Nachdem wir am Morgen unsere Zelte abgebaut und das Gepäck im Auto verstaut hatten, sollte die Fahrt in Richtung Las Vegas losgehen. Allerdings passierte beim rückwärts Ausparken ein Mißgeschick. Da stand uns doch tatsächlich so ein gußeiserner Grill mitten im Weg, der in den kleinen Rückspiegeln schlecht zu sehen gewesen sein mußte. Jedenfalls behinderte uns dieser ganz massiv beim Verlassen des Zeltplatzes und sorgte für ein paar tiefe Kratzer in unserem Mini-Van. Glücklicherweise war der Grill gut im Erdboden verankert, denn daneben stand noch ein PKW von anderen Campern, die ganz entgeistert zusahen, wie sich der schwere Grill immer mehr in Richtung ihres Wagens neigte. Glücklicherweise passierte außer den Kratzern an unserem Auto nichts weiter und wir verschoben unsere Sorgen auf den Tag, wenn wir den Mietwagen wieder abgeben mußten. Nach einigen Stunden Fahrt auf dem Interstate Highway 40, immer parallel zur historischen Route 66, erreichten wir schließlich den Hoover Staudamm. Dieser staut den Colorado River an, so daß der Lake Mead entstanden ist. Zum Bau des Staudamms wurde so viel Beton benötigt, wie auch für den Bau einer zweispurigen Autobahn zwischen New York und Los Angeles nötig wäre. Dies und jede Menge andere interessante Fakten rund um den Staudamm erfuhren wir bei einer Führung durch den Hoover Dam. Gegen Mittag setzten wir unsere Fahrt fort und außer einem Stop bei Pizza Hut zum "All you can eat" fuhren wir bis Las Vegas durch. So erreichten wir die Spielerstadt gegen Nachmittag, fuhren zum kurzen Sightseeing zwei mal den Strip entlang und suchten anschließend unser Hotel. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, gingen wir in die Bar, um unsere Gutscheine für den Begrüßungsdrink einzulösen. Inzwischen war es bereits ca. 17 Uhr, als uns einfiel, daß wir doch eigentlich in das riesige Factory Outlet am Stadtrand zum Einkaufen fahren wollten. Also kämpften wir uns, ungeachtet jeglicher Geschwinigeitsbegrenzungen, rasch bis dahin vor und erreichten das Outlet etwa eine halbe Stunde vor Ladenschluß. Viel Zeit zum Auswählen und Anprobieren hatten wir da natürlich nicht mehr, aber im Endeffekt hatte sich dieser hektische Abstecher doch gelohnt, denn nirgends anders bekamen wir Markenjeans wieder zum Preis von $17. Mittlerweile war es dunkel geworden und die glitzernde Stadt erwachte erst jetzt richtig zum Leben. Wir bummelten den Strip entlang und sahen uns die große Show vor dem Treasure Island Hotel an, bei der eine zünftige Seeschlacht dargestellt wird, die natürlich immer die Piraten gewinnen. Nach und nach sahen wir uns fast jedes der großen, phantasievoll gestalteten Hotels an und verbrachten auch jede Menge Zeit an den überall aufgestellten Spielautomaten. So ist es nicht verwunderlich, daß wir erst spät nachts wieder in unser Hotel kamen. wo wir nach einem kurzen Telefonat in die Heimat nochmals eine ganze Weile an den Spielautomaten zubrachten. Gegen 4 Uhr Morgens ließen wir uns dann in unsere Betten fallen...


19. Tag

Nach nur vier Stunden Schlaf mußten wir bereits wieder aufstehen, schließlich waren heute ca. 500 km zu fahren. Wir nahmen unser Continentel Breakfast im Hotel zu uns, wobei die Bedienung permanent versuchte, uns die Laune zu verderben...drum war es auch das erste und einzige mal, daß wir überhaupt kein Trinkgeld gaben (normalerweise sind 10-15% das erwartete Minimum). Wir machten mal wieder einen Fahrerwechsel, verließen Las Vegas auf der State Road 95 und zweigten nach einer Weile zur Einfahrt im Osten des Death Valleys ab. Dieses Tal ist zwischen 4 und 6 Meilen breit und etwa 120 Meilen lang. Die Höhenunterschiede erstrecken sich zwischen 87 Metern unter dem Meeresniveau bis 3315 Meter über dem Meeresspiegel. Diese Extreme sollten wir auch zu spüren bekommen. Den ersten Stop machten wir an den Ashford Mill Ruins, die direkt an der Straße liegen. Anschließend fuhren wir zu Badwater, dem tiefsten Punkt der westlichen Hämisphäre. Der Name kommt von einem Salzwassertümpel, der hier stets, trotz extremer Hitze (uns erwarteten uns 54°C), zu finden ist, und der oft stark nach Schwefel riecht. Wir fuhren weiter und machten noch einen kurzen Spaziergang in die Sanddünen. Den Weg zum Zabriskie Point mußten wir aus Zeitmangel leider weglassen. An der Furnance Creek Ranch, einer Erholungsoase mit Dattelpalmenplantage, Golf- und Tennisplätzen, machten wir gegen Mittag halt. Anschließend verließen wir das Death Valley auf der State Road 190 und fuhren über Stovepipe Wells und der Landesstraße 136 nach Lone Pine, von dort auf der State Road 395 Nord über Big Pine und Bishop zur Abzweigung 203 nach Mammoth Lakes. Auf diesem Weg bekamen wir, und vor allem auch unser Auto die gewaltigen Höhenunterschiede zu spüren. Die Straße stieg stetig an (immerhin lagen die höchsten Gipfel der Sierra Nevada fast alle in einem Umkreis von ein paar Meilen) und so waren wir bald gezwungen eine Zwangspause einzulegen, da das Kühlwasser des Motors kochte. Nach dieser Pause fuhren wir mit ausgeschalteter Klimaanlage, dafür jedoch offener Schiebetür weiter und versuchten, durch forcierte Kühlung durch den Fahrtwind das Kühlwasser vor dem Kochen zu bewahren...kurz: wir fuhren schneller. Unser Konzept ging zwar auf, brachte uns jedoch auf der zum Teil recht kurvigen Straße jede Menge Kopfschütteln der amerikanischen Autofahrer ein. Am Abend erreichten wir schließlich den malerischen, in etwa 2400 Metern Höhe gelegenen, Ort Mammoth Lakes, unser heutiges Tagesziel.


20. Tag

Wir verließen Mammoth Lakes recht früh am Morgen, denn es stand wieder eine ganze Menge Sehenswertes auf dem Programm. Zuerst fuhren wir auf der State Road 203 und bogen nach ca. 7 km auf den US Highway 395 ab. Den Mono Lake, der vor allem wegen seiner bizarren Kalksteinformationen berühmt ist, passierten wir nur kurz an seinem Westufer, denn wir wollten unbedingt noch einen Abstecher nach Bodie, einer alten Geisterstadt, machen. Von da aus fuhren wir ein Stück Schotterstraße und gelangten wieder auf den US 395. Nach einem kurzen Stück Fahrt erreichten wir den Abzweig in die Tioga Pass Road (State Road 120), um zum Yosemite National Park zu gelangen. Während wir uns am Vortag noch bei über 50°C Hitze gequält haben, erwarteten uns am Tioga Pass bereits erste Schneefelder. Allerdings hatten wir Glück und der Paß war nicht gesperrt. Nach einer Weile bogen wir auf die State Road 41 in Richtung Süden ab und gelangten in das Yosemite Valley. Die Straße verläuft entlang des Merced River und bevor man das Tal erreicht, fährt man durch drei Tunnel und kann rechts bereits den Bridalveil Fall sehen. Wir fuhren zu einigen Aussichtspunkten, von wo aus man wundervolle Ausblicke auf den Half Dome, den El Capitan, die dahinterliegenden Berge und natürlich auch die vielen Wasserfälle hat. Auch für ein paar kurze Spatziergänge in den Hainen von Mammutbäumen nahmen wir uns Zeit. Um jedoch diesen wunderschönen Park mit allen seinen Sehenswürdigkeiten richtig erfassen zu können, hätten wir einige Tage benötigt. So verließen wir nach viel zu wenigen Stunden den Yosemite National Park und fuhren auf dem Highway SR 41 Süd über Fish camp, Oakhurst und den Highway SR 49 Nord nach Mariposa, wo wir für diese Nacht unsere Zelte aufschlugen.


[zurück] [weiter]