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13. Tag: Haukeland – Flåm Während der gesamten Nacht hatte es immer wieder Schauer gegeben und auch am Morgen regnete es munter weiter. Wir ignorierten deshalb eine ganze Weile das Piepsen unseres Weckers, zwischen 8:15 und 8:30 Uhr standen wir dann aber doch auf. Nach dem Frühstück packte Doreen alles reisefertig zusammen, Andreas leerte den Fäkaltank und gegen 11 Uhr waren wir abfahrbereit. Schnell wurde noch der Abwassertank geleert und Frischwasser nachgetankt, dann ging die Fahrt los über die E16 nach Voss. Die Straße führte zunächst am Fjord entlang und wir passierten unglaublich viele Tunnel; irgendwann -schon längst im zweistelligen Bereich- hörten wir zu zählen auf. Nur Vincent zählte bei jedem Tunnel die Sekunden vom Anfang bis zum Ende. Gegen 12:30 Uhr kamen wir in Voss an. Am Ortseingang grüßte uns der mondäne Bau von Fleischer´s Hotel am Fuß des Berges, kurz dahinter befand sich die Talstation der Seilbahn zum Hangurfjellet. Im Vorbeifahren sahen wir einige Wohnmobile am Ufer des gegenüber liegenden Sees stehen, dann kam auch schon der Turm der sehenswerten Vanskyrkja in Sicht. Wir beschlossen, uns einen Parkplatz zu suchen und hier Mittagspause zu machen. Nach einer Runde durch die Stadt drehten wir um und suchten die Zufahrt zu dem Uferplatz, die wir hinter einer Tankstelle fanden. Einen Hinweis auf Parkgebühren gab es nicht, nur ein „No Camping“-Schild stand auf dem Platz, aber wir wollten ja hier nicht übernachten. Also stellten wir unser Fahrzeug hier ab und machten uns zu einem kleinen Stadtbummel auf.
Da vom Wetter her keine Besserung zu erwarten war, kauften wir im SPAR-Markt rasch noch ein paar Zutaten für das Mittagessen ein und liefen zurück zum Wohnmobil. Während Doreen Essen kochte, ging Andreas mit den Kindern zum See. Besonders Lisa hatte unglaublichen Spaß daran, Steine ins Wasser zu werfen. Nach dem Essen kochten wir noch einen Kaffee, räumten dann alles zusammen und gegen 15:30 Uhr wollten wir wieder aufbrechen. Allerdings war die Ausfahrt auf einmal mit einer abgeschlossenen Kette versperrt. Die war bei unserer Rückkehr zum Wohnmobil ganz sicher noch nicht da und erst wenige Minuten vor uns waren auch andere Fahrzeuge wieder vom Platz gefahren. Da weit und breit niemand zu sehen war, gab es nur zwei Möglichkeiten für uns: An der nahe gelegenen Tankstelle zu fragen oder aber die Kette über die daneben befindliche Wiese zu umfahren. Wir entschieden uns für Letzteres. Doreens Bedenken, dass der Hang recht steil sei und wir mit dem Heck aufsitzen könnten, zerstreute Andreas mit dem Hinweis auf den hügeligen Zeltplatz in Byglandsfjord; da wären wir einen ähnlich steilen Hang problemlos hinunter und wieder rauf gefahren. Also nahmen wir kurz Anlauf, umkurvten die Kette über das auf dem Rasen aufgezeichnete Fußballfeld und fuhren dann über den Bürgersteig zurück auf die Straße. Gut, dass unser Wohnmobil so „handlich“ war… Wir verließen Voss nach Norden und während Lisa sofort in ihrem Sitz einschlief, schaute Vincent „Findet Nemo“ von DVD. Am Tvindefossen machten wir einen kurzen Fotostopp, anschließend fuhren wir weiter auf der E16 nach Gudvangen.
Der Check-in auf dem Zeltplatz war sehr freundlich und entgegenkommend. Wir bekamen eine Menge Tipps zu Unternehmungen im Flåmtal, der Fährfahrt durch den Naerøyfjord und Besichtigungsmöglichkeiten am Jostedalsbreen. Da wir uns noch nicht entschieden hatten, ob wir eine oder mehrere Nächte hier bleiben wollten, gaben wir einfach unsere Camping Card ab und konnten das Bezahlen auf den Abfahrtstag verschieben. Ein Mitarbeiter fuhr dann mit dem Fahrrad voraus und schlug uns einen schönen Stellplatz vor, direkt gegenüber dem Spielplatz, da wir ja mit Kindern unterwegs waren, mit schönem Blick auf das Tal und die Trasse der Flåmbahn. Vincent traf hier Karl, seinen Spielfreund vom Saebø-Camping in Eidfjord, wieder. Die Kinder verschwanden umgehend auf dem Spielplatz, während wir uns häuslich einrichteten. Das schlechte Wetter hatten wir hinter uns gelassen (wahrscheinlich hat es sich nicht durch den langen Tunnel getraut) und so kurbelten wir die Markise heraus, bauten Tisch und Stühle auf und schnallten die Fahrräder vom Träger ab. Nachdem wir Lisa und Vincent mit Mühe vom Spielplatz losgeeist hatten, radelten wir zum Bahnhof und besorgten die Tickets für die Fahrt nach Myrdal morgen 11:00 Uhr. An der Rezeption des Zeltplatzes hatte man uns ermutigt, das gesamte Tal mit dem Fahrrad zurück zu fahren und unsere Bedenken gegenüber den steilen Serpentinen im obersten Teil zerstreut, notfalls könnten wir die Räder dort schieben. Ursprünglich wollten wir die gesamte Strecke hinauf und den Rückweg ab der Hälfte mit dem Rad fahren. So aber kauften wir nur die Fahrkarten für die Hinfahrt, die inkl. Fahrräder immerhin auch 760NOK kosteten.
Gefahrene Strecke: 150 km Übernachtung: NAF-Camping Flåm (230 NOK)
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