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15. Tag: Flåm - Fjærland In dieser Nacht klangen die Niederschläge allmählich ab, aber eine wesentliche Verbesserung der Wetterlage war leider nicht in Sicht. Wir wollten heute mit der Fähre von Gudvangen durch den Nærøyfjord nach Kaupanger fahren. Laut unserem Reiseführer sollte man dafür in der Hauptsaison vorreservieren oder aber zeitig genug da sein, damit man auch mit kommt. Daher weckte Andreas um 7 Uhr die Kinder und nach einer kurzen Kuschelrunde im Alkoven standen wir auf und frühstückten. Während Doreen das Geschirr abwusch und die Sachen zusammen packte, schnallte Andreas die Räder wieder auf den Fahrradträger und um 9:30 Uhr waren wir abfahrbereit. Das war Rekordzeit in diesem Urlaub! Wir leerten noch unseren Abwassertank und füllten frisches Wasser auf, unterdessen ging Vincent rasch zum Zähneputzen in den Waschraum. Unser Timing hätte nicht besser sein können, denn als wir mit dem Wasser auffüllen fertig waren, warteten bereits zwei weitere Wohnmobile hinter uns. An der Rezeption bezahlten wir den Platz für die vergangenen zwei Nächte, dann verabschiedeten wir uns und fuhren los. Es ging zurück durch die langen Tunnel, die wir vorgestern bereits in der anderen Richtung passiert hatten. Obwohl wir früh dran waren, ließen wir den Abstecher zur Stabkirche nach Undredal erneut aus. Wir werden in den nächsten Tagen noch mehrere Gelegenheiten haben, andere Stabkirchen zu sehen. Der Platz auf der Fähre war uns im Moment einfach wichtiger. Um 10 Uhr erreichten wir die Anlegestelle in Gudvangen, unsere Fähre ging um 12 Uhr und wir waren das dritte Fahrzeug in der Reihe. Die Wartezeit überbrückten wir, indem wir die Tourbusse beobachteten, die Fahrgäste für die Fähre nach Flåm brachten.
So verging die Zeit allmählich und uns kam der Gedanke, dass wir durch die Überfahrt heute keine Gelegenheit hätten, im Wohnmobil Mittagessen zu kochen. Als die Fähre gegen 11:40 Uhr anlegte, schmierte Doreen deshalb rasch noch einige Schnittchen und kochte ein paar Eier, die wir als Schnellimbiss verzehrten. Kurz darauf begann das Boarden und wir brachten gerade so die 760 NOK für die Überfahrt in Bar zusammen; Zahlung mit Karte war leider nicht möglich. Dann ging alles ganz schnell und während Andreas mit der Fotoausrüstung noch den Blick auf Gudvangen festhalten wollte, legte die Fähre bereits ab. Als er zurück zum Wohnmobil kam, war die Stimmung auch etwas gereizt, schließlich wollten Doreen und die Kinder auch etwas von der Landschaft sehen und nicht nur die Wände des Schiffsrumpfes. Wir zogen uns rasch die Jacken über und gingen dann hinauf auf das Oberdeck. Die Fahrt durch den schmalen Nærøyfjord war sehr beeindruckend. Die steilen, sehr hohen Felswände verstärkten den Eindruck der Enge oftmals noch und immer wieder konnte man eindrucksvolle Wasserfälle von der Abbruchkante herabstürzen sehen. Der Dauerregen hatte glücklicherweise aufgehört und zeitweise riss sogar die Wolkendecke auf und ein paar Sonnenstrahlen zauberten einen goldenen Glanz auf die Landschaft. Dann fuhren wir in den wesentlich breiteren Sognefjord ein, über den in spektakulärer Weise eine Hochspannungsleitung verlief. Zwischendurch ging Doreen mit der sehr müden Lisa für eine Weile zurück ins Wohnmobil, zum Ende der Überfahrt kamen die beiden aber wieder auf das Oberdeck, während Vincent in der Lounge darunter in seinem Micky-Maus-Heft las.
Unterwegs machten wir einen Halt an einem sehr schön gestalteten Rastplatz mit allerlei interessanten Informationstafeln über die Gletscher in dieser Region und deren Entstehung. Leider holte uns hier das schlechte Wetter wieder ein, so dass wir unsere Kaffeepause im Wohnmobil machen mussten. Wir erfuhren aber immerhin, dass es in der Nähe des Gletschermuseums in Fjærland einen Campingplatz gab und damit stand das Ziel für heute fest. Die Fahrt dorthin dauerte auch nicht mehr allzu lang, allerdings konnten wir wegen des Regens und der tief hängenden Wolken von der tollen Berglandschaft kaum etwas sehen. Kurz vor dem Abzweig zum Gletschermuseum mussten wir jedoch noch eine Mautstation passieren, wo 175 NOK zu zahlen waren. Auf die Frage, ob wir mit dem Ticket die Station unentgeltlich passieren könnten, wenn wir noch heute zurückfahren, erhielten wir nur ein bedauerndes Kopfschütteln; für die Rückfahrt wären nochmals 175 NOK fällig. Damit erübrigte sich für uns die Frage, ob wir doch heute noch zurück nach Sogndal fahren und dort übernachten würden, zumal das Gletschermuseum, als wir gegen 17:30 Uhr dort ankamen, ohnehin bereits geschlossen war. Wir fuhren also gleich weiter zum nur wenige Meter dahinter liegenden Bøyum Camping und bezogen dort unseren Stellplatz für die Nacht. Der Platz war eigentlich sehr schön, nicht sehr groß und familiär, an einem Bach gelegen mit wunderschönem Blick auf die schneebedeckten Berge ringsum sowie einem kleinen Spielplatz.
Gefahrene Strecke: 70 km Übernachtung: Bøyum Camping Fjærland (160 NOK)
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