Unsere Wohnmobilreise durch Südnorwegen




18. Tag: Lom – Øyer

Heute riss uns um 7:30 Uhr wieder mal der Wecker aus den Träumen. Es gelang uns aber, ihn eine ganze Weile erfolgreich zu ignorieren, so dass wir erst um 9 Uhr aus den Betten krochen. Das Wetter war ganz ok, die Wolkendecke lockerte immer mal auf und ließ die Sonne hindurchblinzeln. Wir frühstückten in aller Ruhe, anschließend vertrieben sich die Kinder noch ein wenig die Zeit auf dem Spielplatz, während wir das Wohnmobil abfahrbereit machten.

Gegen 11 Uhr verließen wir den Campingplatz, leider ohne eine Möglichkeit gefunden zu haben, den Abwassertank zu leeren. Wir fuhren zur nahe gelegenen Stabkirche, stellten unser Fahrzeug auf dem großen Parkplatz davor ab und besichtigten das wunderschöne alte Gotteshaus von allen Seiten.

     

Danach stöberten wir noch ein wenig im Souvenirshop gegenüber und kauften für Lisa und Vincent das Buch „Der kleine Trolljunge und die Hexe“. Als nächstes stand mal wieder ein Großeinkauf im ortsansässigen COOP auf dem Programm, denn unsere Vorräte waren in den letzten Tagen bedenklich zur Neige gegangen und die Noteinkäufe an der Tankstelle sollten nicht zur Regel werden.

Um 12:15 Uhr waren wir mit all dem fertig und verließen Lom in Richtung Otta. Die Straße führte immer am Fluss entlang, in Vågåmo machten wir einen kurzen Stopp und sahen uns die Stabkirche im Ort an.

       

Dann ging es ein Stück auf der RV15 zurück bis Randen, wo wir auf die RV51 abbogen. Unser Reiseführer empfahl diese Route für einen Abstecher nach Heidal, einem lebendigen Dorf mit vielen sehenswerten, alten Gebäuden. Die Straße wand sich steil den Berg hinauf, war aber nicht unbedingt spektakulär. Nach einer Weile bogen wir auf die RV257 ab, um nach Heidal zu gelangen. Unterwegs hielten wir beständig Ausschau nach einem schönen Rastplatz, denn inzwischen wurde es langsam Zeit für eine Mittagspause. In Heidal fanden wir schließlich einen Platz mitten im modernen Ortskern, direkt neben einem Spielplatz. Das wäre schlichtweg ideal gewesen, aber da unsere Abwassertanks randvoll waren und das beim Kochen und anschließenden Abwaschen anfallende Wasser ja auch irgendwo hin musste, entschieden wir uns, zuerst eine Möglichkeit zum Tanks leeren zu suchen. Das stellte sich aber leider als gar nicht so einfach heraus. Campingplätze mit entsprechenden Möglichkeiten gab es keine in der Nähe und so versuchten wir unser Glück an einer Statoil-Tankstelle. Auf unsere Nachfrage dort ernteten wir nur ein bedauerndes Kopfschütteln, sie hätten keine Möglichkeit der Schmutzwasserentsorgung. Wir sollten an einer größeren Tankstelle an der E6 fragen. Ein wenig genervt fuhren wir weiter, auch der Ort Heidal selbst hielt nicht so Recht, was der Reiseführer versprochen hatte. Einzig die kleine Stabkirche mit ihren Nebengebäuden mitten im Wald fanden wir ganz sehenswert.

       

Bei Sjoa trafen wir dann wieder auf die E6, wo wir an einer Shell-Tankstelle schließlich unsere Abwassertanks leeren konnten, völlig unentgeltlich sogar. Inzwischen knurrten uns aber auch ganz schön die Mägen und die Kinder forderten ebenfalls schon lautstark nach einer Pause. Also fuhren wir weiter in der Hoffnung, bald einen geeigneten Rastplatz zu finden. Während es auf den kleinen Nebenstraßen immer wieder schön gelegene Parkplätze gegeben hatte, konnten wir entlang der gut ausgebauten E6 aber weit und breit keine einzige Haltemöglichkeit finden. Als nach endlos langer Fahrt endlich ein Rastplatz ausgeschildert war, begann gerade eine lang gestreckte Baustelle und der Platz, der mitten darin lag, wurde von der Baufirma als Materiallager benutzt. Unsere Stimmung sank ins Bodenlose und es gab während der Fahrt erst mal jeweils eine Banane für jeden auf die Hand, um den ärgsten Hunger zu stillen. Die ausgeschilderten Abzweige zum landschaftlich sehr attraktiven Peer-Gynt-Veien ignorierten wir folglich alle, auf einen größeren Umweg über mautpflichtige, unbefestigte Straßen hatte im Moment keiner von uns Lust! Gegen 15:45 Uhr erreichten wir Ringebu, was eigentlich schon das Ziel der heutigen Tagesetappe sein sollte.

Nachdem wir unser großes Gefährt eine Runde durch die kleinen Straßen des Ortes manövriert hatten, stellten wir es kurzerhand auf dem Parkplatz des COOP-Marktes ab und bummelten auf der Suche nach etwas Essbarem ein wenig durch die Fußgängerzone. Der Ortskern war eigentlich recht hübsch, wirkte zu dieser Tageszeit aber ein wenig wie ausgestorben. Wir beschlossen, statt eines verspäteten Mittagessens im Wohnmobil eine ausgiebige, frühe Kaffeepause zu machen. Das war mit Abstand die beste Idee des Tages; wir ließen uns in der Gaststube einer Bäckerei nieder, bestellten Kaffee und ein paar süße Teilchen und genossen die Ruhe und das Flair des liebevoll gestalteten Lädchens. Weil wir noch Hunger hatten und es so lecker schmeckte, kauften wir gleich noch ein Brötchen und zwei Schokotaler, blieben noch ein Weilchen sitzen und beobachteten die Einheimischen, die vereinzelt in die Bäckerei kamen. Nach einiger Zeit rafften wir uns dann endlich wieder auf, gingen mit Lisa und Vincent noch kurz auf den Spielplatz vor dem Rathaus, brachen dann aber bald zur Weiterfahrt auf.

     

Gegen 17 Uhr kamen wir an der sehr sehenswerten Stabkirche von Ringebu an, die jedoch soeben ihre Pforten schloss. Wir hatten gerade noch Gelegenheit, das wunderschön am Hang gelegene Bauwerk von außen zu betrachten. Anschließend fuhren wir auf der ca. 4km langen Panoramastraße mit Blick auf das Gudbrandstal zurück zum Zentrum und verließen dann den Ort in Richtung Lillehammer. Eigentlich hatten wir ja genug von der Fahrerei heute, daher blätterte Andreas im ADAC-Campingführer und fand auch recht schnell einen Platz in Øyer, der eine schöne Lage und vor allem einen großen Spielplatz versprach. Den steuerten wir an und wurden nicht enttäuscht.

     

Es gab zwei Spielplätze, ein Trampolin und sogar ein Schwimmbad mit Wasserrutsche. Wir suchten uns einen Stellplatz direkt neben dem Spielplatz am Schwimmbad, die Kinder hüpften und rutschten und auch bei uns wich der Ärger über den sinnlosen Umweg über Heidal und den versäumten Abstecher auf den Peer-Gynt-Veien langsam einer gewissen inneren Zufriedenheit.

Doreen ging mit Vincent ins Schwimmbad, unterdessen hüpfte und schaukelte Andreas mit Lisa, die gar nicht genug bekommen konnte. Anschließend gab es frisches Brot und Kjøtbøllar zum Abendbrot und wir meldeten uns mal wieder telefonisch bei Oma und Opa. Allmählich wurde es ruhiger, wir brachten die Kinder ins Bett und während Andreas noch die Erlebnisse des Tages tippte, schaute Vincent noch eine Thomas-Geschichte von DVD. Irgendwie konnte er jedoch keine Ruhe finden, also stand er gegen 22 Uhr noch einmal auf und wir spielten zwei Runden Mau-Mau. Um 22:45 Uhr war dann aber wirklich Schlafenszeit und auch wir verkrochen uns in den Alkoven. Andreas war schnell entschlummert, doch auf einmal begann Lisa zu quengeln. Doreen versuchte ihr Bestes, sie wieder zum Einschlafen zu bringen, aber leider erfolglos. Schließlich holte sie Lisa noch mal mit in den Alkoven zum Kuscheln, aber auch das hatte keinen Zweck. Nach einer Stunde hatte Andreas genug und brachte Lisa wieder in ihr Bett. Doreen machte ihr noch ein Fläschchen Tee und nach einer weiteren Stunde schlief unsere Tochter endlich ein – nachdem die Flasche restlos leer war… Um 0:30 Uhr kam Andreas endlich auch wieder ins Bett und es kehrte Ruhe ein.


Gefahrene Strecke: 175 km
Übernachtung: PlusCamp Rustberg (175 NOK)




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