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8. Tag: Byglandsfjord – Valle In dieser Nacht haben wir wieder gut geschlafen und gegen 9 Uhr standen wir bei schönstem Sonnenschein auf und holten die bestellten Brötchen im Shop ab. Bei der Gelegenheit konnten wir auch gleich den Chef des Hauses nach Unternehmungsmöglichkeiten am Vormittag fragen. Er schlug uns einige Wanderungen und Fahrradtouren vor und bot uns ein Kanu oder Tretboot an, das wir einfach nehmen und anschließend nur wieder zurückbringen sollten… völlig kostenfrei. Wir waren begeistert und Vincent hatte sich ganz schnell für das Tretboot entschieden. Nach dem Frühstück ging Andreas zunächst mit den Kindern auf den Spielplatz, während Doreen das Wohnmobil ein wenig ausfegte. Danach sahen wir uns das Tretboot an, das für uns vier allerdings ein wenig zu klein war. Also entschieden wir uns für ein Ruderboot und gingen erneut in den Shop, um nach Schwimmwesten für die Kinder und passenden Rudern zu fragen. Wir konnten uns aus dem Fundus etwas Passendes aussuchen, schoben dann das Boot ins Wasser und ruderten schließlich über den See zu einer kleinen Insel.
Dabei passierte es plötzlich: Lisa, die während des bisherigen Urlaubs mehr und mehr Sicherheit beim Ein- und Aussteigen durch die Seitentür erlangt hatte, trat auf einmal ins Leere und fiel der Länge nach über die Treppe hinweg aus dem Wohnmobil. Deja vu, dachten wir, denn bei unserem Wohnmobilurlaub 2004 in Kanada war es Vincent, der aus dem Fahrzeug gefallen war und sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte. Zum Glück war Lisa nichts passiert und sie konnte bald wieder lachen, nachdem sie den ersten Schrecken überwunden hatte. Gegen Ende unseres Essens begann es aber leider wieder zu regnen, daher flüchteten wir nach drinnen und Andreas räumte blitzschnell Tisch, Stühle und die Markise abfahrbereit zusammen. Vor dem Aufbruch gönnten wir uns jedoch noch eine Tasse Kaffee und Lisa schlummerte schon für einige Minuten ein. Gegen 15 Uhr brachen wir endgültig auf, nachdem wir den Wassertank des Wohnmobils noch rasch aufgefüllt hatten. Die Fahrt ging immer am See entlang, wir genossen in Ruhe das vorbeiziehende Bergpanorama und ließen ab und zu den schnelleren Verkehr passieren. Die Straße folgte meist dem malerischen Verlauf des Ufers oder klammerte sich spektakulär an steil emporstrebende Felswände; es gab fantastische Ausblicke auf das Tal und die umliegenden Berge. Immer wieder sahen wir große Werbetafeln, die auf ein Country-Festival in Ose Anfang Juli hinwiesen. Als wir den Ort erreichten, sahen wir bei einer kleinen Ranch bereits die Vorbereitungen dafür: eine große Bühne wurde aufgebaut und alles herum liebevoll hergerichtet. Da im Moment jedoch sonst noch gar nichts los war, machten wir nur kurz Halt beim Reiarsfossen und fuhren dann weiter nach Rysstad. Hier befand sich das Setesdalmuseet, welches ab dem 20. Juni von 12 – 15 Uhr geöffnet hat und den Besucher über die Geschichte des Tals und seiner Bewohner informiert. Wir waren also genau eine Woche zu früh dran, von der Uhrzeit her aber ohnehin zu spät. Daher warfen wir nur einen Blick von außen auf das Museum und die auf der anderen Straßenseite gelegene, kleine Kirche und setzten unsere Fahrt ohne größeren Aufenthalt fort.
Gefahrene Strecke: 95 km Übernachtung: Flateland Camping (235 NOK)
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